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Floß aus Abfall warnt vor Plastikmüll im Ozean

Long Beach/Honolulu (pte) - Ein Floß, das ausschließlich aus Abfall gebaut wurde, soll Menschen darauf aufmerksam machen, wie sehr die Ozeane unter dem Plastikdreck leiden. Die Umweltorganisation Algalita Marine Research Foundation hat zu diesem Zweck das Floß mit dem Namen “Junk” auf die Reise von Long Beach/Kalifornien nach Honolulu/Hawaii geschickt.

Vor mehr als einem Monat sind die beiden Segler Marcus Eriksen und Joel Paschal von Kalifornien aus in Richtung Westen mit ihrem selbstgebauten Floß “Junk” aufgebrochen. Junk besteht aus sechs Pontons aus je 2.000 Plastikflaschen. Als Kajüte dient ein ausrangierter Rumpf einer Cessna 310. Auch wenn das Floß von außen aussieht, wie eine schwimmende Müllstation, verfügt es dennoch über die notwendige Sicherheitsausrüstung. Die beiden Aktivisten wollen mit der Aktion auf das steigende Müllproblem im Ozean - vor allem rund um die Gewässer der Hawaii-Inseln hinweisen. “Es sind viele tausende Tonnen Plastikabfälle, die die Küsten des 50. US-Bundesstaates verunreinigen”, meint Eriksen, Direktor von Algalita. Vielfach sind es menschenleere und unberührte Strände auf denen Mengen von Abfällen angeschwemmt werden. Ein Großteil des Abfalls landet im großen pazifischen Müllstrudel.

“Obwohl Plastikmüll weltweit in den Ozeanen zu finden ist, gibt es Meeresbereiche, in denen das Problem besonders schlimm ist. Die Region im Pazifik gehört dazu”, so die Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms im pressetext-Interview. “Wird der im Meer treibende Müll von der Strömung des Strudels erfasst, bleibt er bis zu 16 Jahre lang in diesem Gebiet. Die Folge ist ein gigantischer, nahezu geschlossener Müllteppich, der mittlerweile die Größe Zentraleuropas erreicht hat.” Ob Schiffsabfälle, Fischernetze, Leinen, Tonnen oder Verpackungsmaterial: Müll, der von dieser Strömung erfasst wird, bleibt in diesem Gebiet. Experten wissen mittlerweile, dass der Müllstrudel vor Hawaii die weltweit höchste Konzentration an schwimmenden Plastikteilen aufweist.

Junk hat am 1. Juni Long Beach verlassen und wird im August in Hawaii erwartet. Die Junk-Schiff-Aktion ist bereits die zweite derartige Aktion der Organisation Algalita. Eriksen geht davon aus, dass Recycling keine Lösung dieses inzwischen weltweit massiven Problems sei. “Das Zeitalter der Plastikeinwegverpackungen muss einfach aufhören”, so der Umweltaktivist. Die Recycling-Programme zeigen im Vergleich zur Menge an hergestelltem Plastik nur einen marginalen Erfolg.” Mittlerweile haben sich auch Umweltaktivisten im 50. Bundesstaat zu Wort gemeldet. Die Aktivisten fordern, alle Plastik-Einweg-Verpackungen abzuschaffen, denn auch Plastiktüten und Verpackungen von Supermärkten in Honolulu landen sehr oft im Meer.


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Juli 19, 2008 Verfasst von newscologne | Kultur, Umwelt | | Keine Kommentare

Internet als Datenquelle für Erdbebenforscher

Arpajon Cedex, Frankreich (pte) - Erdbebenforscher des European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) haben eine neue Methode gefunden, um Beben örtlich und zeitlich einzugrenzen. Sie greifen dafür auf das Internet als Datenquelle zurück. Eine spezielle Software, die sie in die Homepage des Erdbeben-Zentrums integriert haben, liefert ihnen die benötigten Informationen, berichtet der NewScientist. Die Technik soll vor allem helfen, jene Beben besser zu dokumentieren, die zwar schwach sind, dennoch der Bevölkerung Grund zur Sorge geben.

Die Idee hinter der Methode ist äußerst simpel. Die EMSC-Wissenschaftler setzten darauf, dass Internet-User, die sich in einer Region befinden, in der gerade ein Erdbeben stattgefunden hat, auf die Homepage des EMSC zugreifen. Dort holen sich diese Personen weitere Informationen zu dem eben erlebten Erdbeben. Die Webseite des seismologischen Instituts liefert weitere Daten zur örtlichen Lage der Beben sowie zu deren Magnitude oder der Tiefe, von der die Eruption ausging. Die verwendete Software zeichnet nun die IP-Adressen der Website-Besucher auf. Aus diesen lässt sich die geografische Lage der Internetanschlüsse bestimmen und damit auch auf das Erdbeben selbst schließen.

Informationen beziehen die Wissenschaftler jedoch nicht nur von den Usern, die auf die EMSC-Seite zugreifen, sondern auch von jenen, die dies nicht tun. Aufgrund der geografischen Zuordenbarkeit der IP-Adressen registriert die Software auch jene Regionen, von denen kein User auf die EMSC-Seite zugegriffen hat. Das lässt die Experten auf Beschädigungen der Infrastruktur durch das Erdbeben schließen. Mit traditionellem seismologischen Equipment ist dies nicht möglich. Die Technik wurde bereits erfolgreich bei der Lokalisierung eines Erdbebens auf den Azoren im Februar des vergangenen Jahres eingesetzt. Innerhalb von 15 Minuten konnten die Forscher anhand der IP-Daten das Erdbeben geografisch bestimmen.


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Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, Umwelt | | Keine Kommentare

Schlangen sind nicht überall gleich giftig

Valencia/Wien (pte) - Ein Forscherteam des Biomedizinischen Instituts der Universität von Valencia hat das Gift von südamerikanischen Lanzenottern in verschiedenen Regionen Costa Ricas untersucht und dabei festgestellt, dass es sich je nach Lebensraum erheblich voneinander unterscheidet. Die chemische Zusammensetzung des Gifts hänge stark vom Ort der Herkunft und vom Alter der Schlange ab. Die Untersuchung macht deutlich, warum es trotz Verabreichung eines Serums nach einem Schlangenbiss zu Todesfällen kommt, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

Das Team um Juan Calvete hatte 26 adulte und mehr als 40 juvenile Lanzenottern der Spezies Bothrops asper in der karibischen und in der pazifischen Region Costa Ricas untersucht. Die beiden Territorien sind durch ein Gebirge seit rund fünf Mio. Jahren räumlich voneinander getrennt. Demnach konnten die Forscher mehr als 27 Proteine im Schlangengift einer Population finden, die jeweils nur bei einer Gruppe vorkamen.

“Dass das Gift von Schlangen derselben Spezies, allerdings verschiedener geografischer Herkunft, sich stark voneinander unterscheidet, ist nichts neues”, meint der Kustos der Herpetologischen Sammlung des Naturhistorischen Museums Wien, Heinz Grillitsch, im pressetext-Interview. Bekannt sei das auch bei mitteleuropäischen Kreuzottern im Vergleich mit Kreuzottern aus Südost-Europa. “Obwohl es sich um dieselbe Spezies handelt, haben sich in dem großen Gebiet verschiedene Rassen bzw. Unterarten entwickelt, die auch verschiedenartig zusammengesetzte Gifte produzieren.” Anders als etwa das Toxin von Pfeilgiftfröschen, das durch die spezifische Nahrung - zumeist Ameisen oder andere Insekten - aufgenommen wird, sei die Giftherstellung bei Schlangen ein äußerst komplexer Vorgang, der nichts mit der Art der Beute zu tun habe. “Wesentlich für die Ausformung der verschiedenartigen Giftzusammensetzung bei den untersuchten Lanzenottern Costa Ricas ist die räumliche Trennung der beiden Populationen, unter der es zu keinem Genaustausch mehr gekommen ist und die sich dadurch auch verschieden entwickelt haben.”

Für die Serologen hat die Entdeckung der spanischen Forscher allerdings bedeutende Auswirkungen: Das Gift der karibischen Lanzenotter-Population wies etwa mehr als 400 Prozent höhere Werte der Serinprotease, um 200 Prozent mehr L-Aminosäure-Oxidase und um 160 Prozent mehr Disintegrin als jenes der pazifischen Gruppe auf. Das sei auch der Grund, warum Bisse der karibischen Schlangen häufiger eine blutgefäßzerstörende Wirkung zeigten. Variationen in der Zusammensetzung des Gifts konnten die Forscher auch bei unterschiedlichem Alter der Schlangen feststellen.

Die Kombination aus hoher abgegebener Giftmenge, hoher Giftigkeit, geringer Fluchtbereitschaft, vergleichsweise hoher Aggressivität, häufigem Aufenthalt in menschlichen Siedlungen und relativ großer Verbreitung macht B. asper in ihrem Areal zur mit Abstand medizinisch relevantesten Schlange. Sie ist innerhalb ihres Vorkommens von Nordost-Mexiko bis Kolumbien und Venezuela für den Großteil der Vergiftungen durch Schlangenbisse und für fast alle Todesfälle verantwortlich. In Costa Rica sind 65 Prozent der Vergiftungen auf Bothrops asper zurückzuführen. In dem mittelamerikanischen Land wurden zwischen 1990 und 2000 jährlich rund 500 Menschen von Giftschlangen gebissen.


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Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, Umwelt | | Keine Kommentare

Fischfang-Stopp bringt Leben ins Meer

London/Wien (pte) - Fünf Jahre lang ist vor der britischen Insel Lundy im Bristol-Channel jegliche Fischereiaktivität verboten worden. Nun hat ein Forscherteam erstmals festgestellt, wie sich dieses Verbot auf die Unterwasserwelt ausgewirkt hat. Das Ergebnis war für alle Beteiligten mehr als überraschend. Im Schutzgebiet leben sieben Mal so viele Hummer wie in den Regionen, die normal befischt werden. Zudem waren die im Schutzgebiet lebenden Krustentiere um einiges größer, berichtet BBC-Online.

Das Fischereiverbot wurde von Natural England, dem Devon Seas Fisheries Committee - der Administrationsbehörde für Fischfang - in Partnerschaft mit lokalen Fischern vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Damals hatte man beschlossen fast die gesamte Ostküste von Lundy zu einer “No-Take-Zone” zu erklären. Die Idee dahinter war eigentlich eine Erholung der Hummerbestände zu erreichen. “Auffallend war, dass es zu einer Zunahme an besonders großen Tieren gekommen ist”, so der Meeresbiologe Mike Hoskin, der von Natural England als Forschungsleiter berufen wurde. In den vergangenen Jahren sei es zudem zu einer deutlichen Zunahme an kleineren Hummern gekommen - das haben die Untersuchungen an fünf Stellen - davon eine im Fischereisperrgebiet, zwei in der kommerziell genutzten Region der Insel sowie zwei Vergleichsstellen an der Nordküste von Devon und in Süd-Wales - ergeben.

Das Interessante an der Untersuchungsergebnissen - es wurden etwa mit Hummerkörben Tiere gefangen und vermessen - war, dass es in den weiter entfernt gelegenen Regionen keine Veränderung der Bestände gab, während selbst in den kommerziell befischten Plätzen rund um Lundy mehr Jungtiere gezählt wurden. Offensichtlich wanderten diese vom Schutzgebiet weiter. Um die Untersuchungen noch weiter fortzuführen erhielten die gefangenen Tiere vor ihrer Freilassung Markierungen. Nun werden die Fischer gebeten, wenn sie markierte Tiere fangen, anzugeben, wo dies geschehen ist. Damit soll auch untersucht werden, wie weit die Hummer wandern.

Umweltschützer und Fischereiexperten setzen sich nun dafür ein, solche “No Take Zones” auch in anderen Regionen zur Erholung der Bestände zu errichten. Auch der Fischereiexperte Ulf Dieckmann vom Institut für angewandte Systemanalyse in Laxenburg IIASA sieht in der Errichtung solcher “drastischer” Schutzzonen eine gute Möglichkeit zur Erholung der Bestände. “Es ist begrüßenswert, dass weltweit eine steigende Akzeptanz auch der strengsten Form von marinen Schutzzonen zu bemerken ist”, meint der Experte im pressetext-Interview. So wurde etwa eine No-Take-Zone vor der Westküste der USA etabliert. “Das bisher erfolgreichste Projekt bleibt allerdings das Große-Barriere-Riff in Australien.” Die damit gemachten Erfahrungen hätten wesentlich zur Ausdehnung solcher mariner Schutzzonen beigetragen. “Im Vergleich zur Geschichte der Nationalparks an Land, die etwa seit 150 Jahren bestehen, ist die Idee solcher Unterwasserschutzgebiete gerade erst 20 Jahre alt.” In der Regel sind solche Reservate auch relativ einfach zu kontrollieren, argumentiert Dieckmann. “Wenn man es aus wirtschaftlicher oder sozialpolitischer Überzeugung nicht schafft, die industrieartige Fischerei zu stoppen, müssen solche Schritte eingeleitet werden.”


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Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, Umwelt | | Keine Kommentare

Beschichtung erhöht Ausbeute bei Solarzellen

Brisbane (pte) - Das australische Startup-Unternehmen Xerocoat hat eine Technologie angekündigt, mit der die Energieausbeute von Solarzellen deutlich gesteigert werden soll. Die Entwicklung funktioniere mit thermischen und photovoltaischen Solarelementen. Die Idee hinter der Xerocoat-Entwicklung klingt recht simpel: Die bei dieser Art der Stromgewinnung verwendeten Solarzellen liegen unter einer Glasscheibe. Glas reflektiert jedoch auch einen gewissen Teil der Sonneneinstrahlung. Dieses reflektierte Licht kann also nicht in Energie umgewandelt werden. Xerocoat hat nun eine spezielle Schicht auf das Glas aufgetragen, die Reflexionen minimiert.

Bei der Verwendung der Beschichtung, die lediglich 100 Nanometer dick ist, kann gegenüber herkömmlichem Glas die Reflexion zu Mittag um drei Prozent und am Vor- sowie Nachmittag um sechs Prozent reduziert werden. Die genormte elektrische Leistung eines Solarmoduls werde damit um drei Prozent erhöht. Pro Kilowattstunde bedeutet dies einen Anstieg von vier Prozent, heißt es vonseiten des Unternehmens. Die Beschichtungstechnologie steigert somit die Effizienz einer Solarzelle um 0,5 bis 0,75 Prozent, ohne dass der Aufbau der Module verändert werden muss.

“Die Anti-Reflexions-Beschichtung von Xerocoat ist eine einfache und kosteneffiziente Methode, die Ausbeute bei der solaren Energiegewinnung zu erhöhen”, sagt Tom Hood, CEO von Xerocoat. Das Unternehmen will künftig mit Herstellern von Glas für Solaranlagen zusammenarbeiten, um die Produktionskosten niedrig zu halten. Derzeit plant das Unternehmen eine Testproduktionsanlage aufzubauen und hat sich dafür 6,8 Mio. Dollar Venture Capital gesichert. Bereits im August soll ein erster, nicht näher genannter Kunde mit dem beschichteten Glas beliefert werden. Die Aufnahme der Massenproduktion ist mit Ende 2009 angepeilt.

Xerocoat ist jedoch nicht das erste Unternehmen, das eine Beschichtung zur Erhöhung der Energieausbeute einsetzt. Hood verweist auf Sunarc Technologies aus Dänemark sowie auf das deutsche Unternehmen Centrosolar. Allerdings liege die Verbreitung von reflexionshemmender Beschichtungstechnologie erst bei fünf Prozent des gesamten Photovoltaikmarkts. In den kommenden fünf Jahren sieht Hood hier jedoch ein Potenzial in der Höhe von einer Mrd. Dollar.


Trianel - 1. Stromanbieter der Stromsparen belohnt

Juli 17, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, Umwelt | | Keine Kommentare

OECD: Biotreibstoffe sparen kaum CO2 ein

Paris/Berlin (pte) - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in einer soeben präsentierten Studie den geförderten Biotreibstoffen in der EU, den USA und Kanada kein gutes Zeugnis ausgestellt. Zum Einen sparen diese Treibstoffe nur knapp 0,8 Prozent CO2 bis 2015 ein, zum Anderen verursachen sie aber für Verbraucher und Steuerzahler jährlich Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe. Die Gesamtkosten, die durch Subventionen, Steuerverzicht, Beimischungszwang und Handelsschranken den Steuerzahlern und Verbrauchern dabei entstünden, lägen 2015 bei 25 Mrd. Dollar jährlich und damit noch deutlich über den elf Mrd. Dollar, die diese Förderung bereits 2006 kostete, heißt es in der Untersuchung. Die Studie empfiehlt im Verkehrsbereich stärker auf eine Verbrauchsreduktion und weniger auf alternative Kraftstoffe zu setzen.

Die Vermeidung von CO2-Emissionen über die Förderpolitik für Ethanol und Biodiesel in Nordamerika und Europa kostet damit umgerechnet zwischen 960 und 1.700 Dollar pro Tonne. Im EU-Emissionshandel kostet die Tonne CO2 derzeit rund 30 Dollar. “Es gibt sehr viel effizientere Wege, etwas für den Klimaschutz zu tun als die Förderung von Biokraftstoffen”, erklärt OECD-Direktor für Handel und Landwirtschaft Stefan Tangermann. Tangermann forderte zudem, dass Europa die USA und Kanada ihre gegenwärtige Förderpolitik überdenken sollen. Ein Grund für die hohen Kosten sind die geringen Einsparpotenziale, die sich bei gegenwärtiger Technik mit in der EU, den USA oder Kanada produzierten Biokraftstoffen erzielen lassen. So liegen bei Ethanol, das in den USA aus Mais gewonnen wird, die CO2-Emissionen nur um etwa zehn bis 30 Prozent niedriger als bei herkömmlichem Benzin. Bei Biodiesel aus Pflanzenöl, wie er in der EU weit verbreitet ist, sind es immerhin 40 bis 55 Prozent.

Der rasante Ölpreisanstieg der vergangenen Jahre habe nicht dazu geführt, dass Biokraftstoffe eine wirtschaftliche Alternative zu fossilen Kraftstoffen geworden sind. Bei vielen Kraftstoffsorten sei sogar genau das Gegenteil eingetreten: Durch die stark gestiegenen Preise für Agrarprodukte hat sich der Preisabstand zwischen fossilen Kraftstoffen und Biokraftstoffen sogar noch erhöht. Besonders deutlich ist der Abstand zwischen Diesel und Biodiesel aus Rapsöl in der EU angestiegen. Die OECD stellt auch fest, dass die Förderpolitik in der EU, den USA und Kanada auch dazu beitrage, dass ein zunehmender Teil der Weltagrarproduktion für Kraftstoffe verwendet wird. Das schlage sich dann auch in den Lebensmittelpreisen nieder.

Ein Bericht der Rights and Ressources Initiative (RRI) in Großbritannien, bei der auch andere Forschungsschmieden in der Schweiz und in Schweden mitgearbeitet haben, kommt zum Schluss, dass für den Fall eines weiteren Bedarfsanstiegs von Nahrungsmitteln, Agrotreibstoffen und Holz, vielen Wäldern ein Ende droht. Nur halb so viel Land als das, was benötigt wird, steht bis 2030 zur Verfügung, wenn man von den großen Flächen der tropischen Wälder absieht.

“Derzeit befinden wir uns gerade beim letzten globalen Griff nach Land”, so Studien Co-Autor Andy White von der RRI. Das bedeute, dass uns mehr Entwaldung, mehr Konflikte, mehr CO2-Emissionen, mehr Klimaveränderungen und weniger Prosperität für jeden bevorstehen. “Die steigende Nachfrage nach Nahrungsmittel, Agrotreibstoffen und Holz für die Papierproduktion, als Baumaterial und für die Industrie bedeuten, dass wir bis 2030 etwa 515 Mio. Hektar an zusätzlicher Fläche brauchen würden.” Tatsächlich zur Verfügung stehen allerdings nur etwa 200 Mio. Hektar.


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Juli 17, 2008 Verfasst von newscologne | Politik, Umwelt | | Keine Kommentare

Produktionsstopp deutscher Fabriken in Peking verhindert

Peking (pte) - Der drohende Produktionsstopp für deutsche Fabriken an dem nahe Peking gelegenen Industriestandort Langfang während der Olympischen Spiele konnte durch Teilübereinkünfte mit den chinesischen Behörden verhindert werden. Unter zum Teil erheblichen Auflagen erhielten die 43 der insgesamt 86 betroffenen ausländischen Firmen bislang mündliche Zusagen für die Weiterproduktion, wie das Handelsblatt berichtet. Ursprünglich sollten diese ihre Produktion von heute, Dienstag, bis Ende September einstellen, um die Luftqualität in der chinesischen Hauptstadt während der Olympischen Spiele zu verbessern. Nach massiven Protesten, politischen Interventionen und drohenden Prozessen vor Gericht lenkt das Veranstalterland des Sportereignisses nun offenbar ein, wenngleich noch keine schriftlichen Mitteilungen an die Unternehmen ergangen seien.

Mit Ausnahme der in Düren ansässigen Hoesch Metallurgie würden alle von dem Produktionsstopp bedrohten deutschen Unternehmen die Zusage zur Weiterproduktion erhalten haben, heißt es in dem Bericht. “Hoesch hat in Langfang weder eine umweltschädliche Produktion noch müssen wir unsere Produktion am Standort Langfang während der Zeit der Olympischen Spiele einstellen”, entgegnet Hoesch-Geschäftsführer Reiner Bauer auf Anfrage von pressetext. Abseits der Vorkehrungen zur Verbesserung der Luftqualität über Peking seien die Maßnahmen und Einschränkungen für dort produzierende Unternehmen vorwiegend von Sicherheitsbedenken geleitet. Aufgrund möglicher Terroranschläge erließen die Behörden ein ab dem 20. Juli für die Hauptstadt gültiges LKW-Fahrverbot, das dort ansässige Produktionsstandorte vor erhebliche Zulieferschwierigkeiten stellen könnte.

Die Maßnahme sei keine Aktion, die sich gegen ausländische Unternehmen richtet. “Überwiegend sind chinesische Unternehmen betroffen”, wird Leif Göritz, Geschäftsführer des German Centre in Peking, vom Handelsblatt zitiert. Gleichzeitig beklagen ausländische Unternehmen wie der deutsche Maschinenbauer Hess jedoch bevorstehende Engpässe aufgrund der Schließungen chinesischer Zulieferer. Die Lack- und Farbenfabrik Wörwag, die in Langfang Lacke für Industriekunden herstellt, habe lediglich eine Teilduldung zur Weiterproduktion erhalten und bereits vorproduziert, um den Ausfällen zu begegnen. Dadurch und aufgrund der logistischen Beschränkungen seien dem Unternehmen jedoch deutliche Mehrkosten entstanden. Das Transportverbot für viele chemische Substanzen während des Events stellt den Betrieb vor zusätzliche Probleme. Die chinesischen Behörden stehen besonders aufgrund der Kurzfristigkeit und der mangelnden Kommunikation der Maßnahmen weiterhin im Kreuzfeuer der Kritik.


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Juli 16, 2008 Verfasst von newscologne | Umwelt, Unternehmen | | Keine Kommentare

Zuchthummeln bestäuben Glashaus-Tomaten

Halle (pte) - Seit mehr als zwei Jahrzehnten werden Hummeln zur Bestäubung von Nutzpflanzen - hauptsächlich für die Tomatenzucht - eingesetzt. Der Einsatz von den “brummenden Insekten” ist aber auch mit Problemen behaftet: Pathogene und andere Krankheitserreger finden in den Zuchtanlagen ideale Bedingungen für den Befall ganzer Stämme, die dazu führen, dass ganze Hummelvölker daran sterben können. Ein Zoologen-Team der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg versucht nun, bis 2013 ein Gen-Werkzeug zur Früherkennung erkrankter Tiere zu entwickeln.

“Nach Zahlen von 2004 produzieren Unternehmen weltweit etwa eine Mio. Hummelvölker für den Einsatz in Gewächshäusern”, so der Forschungsleiter und Zoologe Michael Lattorff vom Institut für Biologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gegenüber pressetext. Es gebe mehrere Gründe, warum man Hummeln und nicht Bienen in den Gewächshäusern einsetzt, erklärt der Experte. Einerseits beginnen die Tiere mit ihrer Arbeit bereits in den ersten Jahresmonaten und können durch die Größe ihres Körpers weitaus mehr Blütenstaub transportieren als gewöhnliche Honigbienen. Zudem ist ein Hummelvolk mit 100 bis 300 Arbeiterinnen überschaubar und kann so gerade in kleinen Räumen effektiv eingesetzt werden. “Mit dem Einsatz der Hummeln ist das Bestäuben, das früher sehr teuer, manuell durchgeführt wurde, mittlerweile entfallen.” In Europa, den USA und in Japan setzt man auf die gezüchteten Brummer, die Großhändler in Völkern verkaufen.

Zum Einsatz kommen meist Spezies der südosteuropäischen Erdhummel Bombus terrestris. “Die Tiere leben in den Zuchtbetrieben auf engstem Raum. Potenzielle Krankheitserreger werden bei einer so hohen Dichte schnell übertragen”, erklärt der Biologe. Untersucht haben die Forscher zwei Darmparasiten, die das Immunsystem der Hummeln schwächen. “Derzeit beugt man mit Antibiotika vor, die den Tieren mit der Nahrung verabreicht werden. Die Nebenwirkungen werden als irrelevant angesehen, obwohl noch nicht geklärt ist, inwieweit sich diese Praxis auf die Umwelt auswirkt”, erklärt Lattorff. Äußerst problematisch scheint auch ein Kontakt zwischen Zuchthummeln und ihren freilebenden Verwandten zu sein. “Frei lebende Hummeln weisen eine stärkere Krankheitsbelastung auf, wenn sie in Kontakt mit gezüchteten Vertretern gekommen sind”, so der Forscher.

“Aus diesem Grund suchen wir nach einem genetischen Schnelltest, der in Form eines Screenings infizierte Tiere bereits vor deren Eingliederung in den Zuchtbestand erkennbar machen sollen. Möglicherweise spielen auch externe Faktoren eine Rolle für die Resistenzen. “Wenn Eigenschaften jedoch vererbt werden, muss es eine genetische Grundlage geben. Wir werden überprüfen, welche Gene mit Anfälligkeit, Resistenz oder beidem in Verbindung stehen und welche Gene bei der Erkrankungen an- und ausgeschaltet werden”, erklärt Lattorff weiter.

Das Projekt wird vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für einen Zeitraum von fünf Jahren konzipiert. Unterstützt wird das Projekt von einer externen Arbeitsgruppe der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), die bereits weitreichende Erfahrungen mit Zuchtverfahren und der Immunabwehr von Hummeln gesammelt hat.


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Juli 16, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, Umwelt | | Keine Kommentare

Klimaschutz kostet jeden Deutschen 500 Euro mehr

Essen (pte) - Die Förderung des Klimaschutzes in Deutschland belastet die privaten Haushalte ab 2013 mit Mehrausgaben von 500 Euro jährlich. Wie Die Welt heute, Montag, unter Berufung auf eine Erhebung von RWE Power berichtet, wird für diesen Trend der teure Emissionshandel verantwortlich gemacht. Aufgrund des Klimaschutz-Pakets, das die deutsche Bundesregierung und die EU-Kommission verabschieden wollen, müssen sich Verbraucher in den kommenden Jahren auf Belastungen bei den Energiepreisen einstellen. So schätzt RWE Power, dass die Kosten für den Emissionshandel ab 2012 auf mindestens neun Mrd. Euro pro Jahr ansteigen werden. “Die Berechnungen beruhen darauf, dass das Klimaschutz-Paket verabschiedet wird. Kommt es dazu, muss an mehreren Stellschrauben gedreht werden. Kritisch sehen wir vor allem die geplanten Zuteilungsregeln, die besagen, dass Energiekonzerne für Kohlestrom mehr CO2-Zertifikate ersteigern sollen als für die gleiche Strommenge aus Gaskraftwerken”, erläutert RWE-Power-Sprecher Lothar Lambertz gegenüber pressetext.

Mit Blick auf die Gesamtbelastungen des Strompreises für die Volkswirtschaft rechnet das Unternehmen sogar damit, dass sich die Preissituation durch die staatlichen Eingriffe nach 2012 auf mindestens 23 Mrd. pro Jahr erhöhen werden. Für die privaten Haushalte bedeutet dies, dass sich der staatlich verursachte Kostenblock in der Stromrechnung erstmals auf deutlich über 50 Prozent vergrößern wird. Bereits heute liegt der staatliche Anteil am Strompreis bei rund 40 Prozent. “Vor allem die zu erwartende Kostenexplosion, die wesentlich auf den Emissionshandel nach 2012 zurückzuführen ist, ist Schuld an der Teuerung”, so Lambertz. So benötigen die deutschen Kraftwerksbetreiber nach 2012 voraussichtliche Emissionszertifikate über 300 Mio. Tonnen CO2. Die Berechtigungsscheine für die Emissionen müssen von den Kraftwerksbetreibern zuvor jedoch ersteigert werden.

In einer vorsichtigen Schätzung geht RWE Power davon aus, dass sich bei der Auktionierung Zertifikatepreise von 30 Euro pro Tonne ergeben. Andere Prognosen gehen hingegen von 40 bis 60 Euro pro Tonne aus. In Zeiten der Strommarkt-Liberalisierung von 1998 lagen die Staatslasten auf dem Strompreis “nur” bei 2,3 Mrd. Euro. Bis heute stieg der Wert auf rund 14 Mrd. Euro an. Verantwortlich dafür sind vor allem Konzessionsabgaben von 2,2 Mrd. Euro jährlich. Hinzu kommen laut dem Zeitungsbericht 4,9 Mrd. Euro für Beihilfen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, 600 Mio. Euro für Subventionierung der Kraft-Wärme-Kopplung in Kraftwerken sowie 6,3 Mrd. Euro für die Stromsteuer. Auch sähen die Zuteilungsregeln der EU-Kommission vor, dass Kohlekraftwerke doppelt so viele Zertifikate ersteigern müssten.

Von dieser geplanten Ungleichbehandlung angefacht, gehen Energiekonzerne mehr und mehr dazu über, Kohle- durch Gaskraftwerke zu ersetzen. Da der Erdgaspreis jedoch zeitverzögert an die Ölnotierungen gekoppelt ist, ist dadurch mit einer weiteren erheblichen Belastung der Verbraucher zu rechnen. Russland zeige, wohin einer solche Entwicklung führen kann, da das Land plant, seinen Kraftwerkspark ausschließlich durch Kohle- und Atomkraftwerke zu erweitern, um mehr Erdgas für den lukrativen Export nach Europa bereitstellen zu können. Dem Bericht nach komme es dadurch zu einer massiven Ausweitung des Kohleanteils in der Stromerzeugung, der sich klimapolitisch langfristig als Nullsummenspiel herausstellen wird, so der Bericht. Volkswirtschaftlich hingegen sei damit auch ein Einkommenstransfer aus der EU nach Russland verbunden. “Kohle bleibt wichtig. Der Ausbau regenerativer Energien von 30 Prozent am gesamten Energiemix bis 2020 ist ein ambitioniertes Ziel”, so Lambertz.


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Juli 15, 2008 Verfasst von newscologne | Umwelt, Unternehmen | | Keine Kommentare

Tropenmediziner: Urlauber sollen sich besser informieren

München (pte) - Viele Touristen sind über die gesundheitlichen Vorkehrungen vor einer Reise kaum informiert. Bei der Befragung von mehr als 8.000 Reisenden in Nordeuropa war 80 Prozent nicht bekannt, welchen Gesundheitsrisiken sie während einer Reise ausgesetzt sind. Generell sind - auch für Reisen innerhalb Europas - Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus, Diphterie und Kinderlähmung empfohlen. Experten raten auch dringend zu einer Impfungen gegen Hepatitis A. “Wer nach der Rückkehr aus den Tropen über Unwohlsein oder Fieber klagt, sollte sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben”, rät der Experte Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) im pressetext-Interview. “Gerade bei tropischen Fiebererkrankungen kann jede Stunde zählen. Viele Tropenerkrankungen können bei rechtzeitiger Entdeckung sehr gut behandelt werden.”

Löscher warnt allerdings vor Kontakten mit Affen und Fledermäusen. Nach dem Tod einer niederländischen Touristin durch das Marburg-Virus sei das anzuraten, meint der Experte. “Wir wissen, dass Fledermäuse tödliche Erreger wie Marburg-, Ebola- oder Tollwutviren übertragen können. Offenbar kann eine Infektion nicht nur durch Bisswunden oder den Verzehr dieser Tiere erfolgen, es gibt auch Hinweise darauf, dass der Kontakt mit Ausscheidungen gefährlich sein kann.” Da Fledermäuse in manchen Teilen Afrikas auch zur Beute von Affen gehören, die wiederum von Menschen gejagt und verzehrt werden, kann es immer wieder zu Ausbrüchen von solchen hämorrhagischen Viruserkrankungen kommen, die sehr häufig tödlich enden.

Eine Tollwutimpfung empfiehlt der Mediziner dann, wenn man in ein Land fährt, in dem diese Erkrankung häufig auftritt. “Die meisten Fälle von Tollwut gibt es in Indien, wo man von etwa 20.000 bis 30.000 Todesfällen im Jahr berichtet.” Sehr viele Tollwutfälle gibt es auch in China. “Ein weiterer Grund sich zu impfen ist natürlich auch die Frage der Exposition mit den Tieren”, erklärt Löscher. Ein Pauschaltourist komme sicher weniger häufig in Kontakt mit Wildtieren als ein Rucksack-Tourist. “In diesem Zusammenhang muss natürlich auch vor einem Kontakt mit Straßenhunden gewarnt werden.” Zu einer vorbeugenden Impfung rät der Experte auch dann, wenn eine Impfung vor Ort nicht oder nur sehr schwer verfügbar sei. “Das gilt für die meisten afrikanischen Länder. In Indien oder Thailand gibt es das Problem eher nicht.” Als Faustregel gelte, dass nicht jeder Infizierte an Tollwut erkrankt, aber jeder Erkrankte daran stirbt. “Eine Impfung kann daher lebensrettend sein und sollte auf jeden Fall gegeben werden, wenn man in diesen Gebieten Bissverletzungen erleidet”, erklärt Löscher.

Generell ließen sich die meisten Tropenerkrankungen gut behandeln. Der Experte rät dennoch zu einer Aufklärung bei einem reisemedizinisch geschulten Mediziner oder einer Klinik. “Auch wenn es vielleicht irritierend klingen mag, jährlich sterben mehr Reisende an den Folgen von Unfällen als an Krankheiten”, so Löscher. Darum sei es oberstes Gebot auf Reisen vorsichtig zu sein, erklärt der Wissenschaftler abschließend im pressetext-Interview.


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Juli 15, 2008 Verfasst von newscologne | Medizin, Umwelt | | Keine Kommentare