Berlin/Columbia (pte) - 85 Prozent der US-amerikanischen Internetapotheken versenden rezeptpflichtige Medikamente ohne Vorlage eines ärztlichen Rezeptes. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Sucht und Substanzmissbrauch (CASA) der Universität Columbia. Von den restlichen 15 Prozent, die ein Rezept verlangten, gab sich jedoch die Hälfte mit einem gefaxten zufrieden. “In Deutschland ist das ungesetzlich. Hier muss das Rezept im Original vorliegen, bevor Medikamente abgegeben werden dürfen”, erklärt Christian Splett von der Pressestelle der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) gegenüber pressetext.
Als weiteres Ergebnis des Testes fanden die Forscher heraus, dass bei einem Großteil der Versandhäuser keine Altersüberprüfung stattfindet, so dass dort auch von Minderjährigen starke Arzneimittel bezogen werden können. Die CASA-Mitarbeiter untersuchen seit 2004 den Verkauf von Arzneimitteln mit Abhängigkeitspotenzial via Internet. “In den vergangenen Jahren mussten wir immer wieder beobachten, dass die Anzahl der von uns gefundenen Websites stetig zunehmen”, erklären die Forscher um die CASA-Vizepräsidentin Susan E. Foster. Erstmalig sei die Zahl in diesem Jahr rückläufig gewesen. Als Grund dafür wird angegeben, dass sich mittlerweile auch der US-Senat mit dem Thema beschäftigt und ein Gesetz zum Verbot derartiger Methoden erlassen hat. Die Ausführungsbestimmungen lassen aber derzeit noch auf sich warten, so dass erst im kommenden Jahr von CASA-Forschern mit einer Verbesserung der Situation gerechnet wird.
Insgesamt wurden 365 beanstandenswerte Websites gefunden, von denen auf 159 direkt Angebote für den rezeptfreien Erwerb von Medikamenten zu finden waren. Auf 206 weiteren wurde dafür geworben. Wie das CASA bekannt gab, hatten gerade einmal zwei dieser Verkaufswebsites eine Zulassung der National Association of Boards of Pharmacy. “Von den mehr als 21.000 in Deutschland registrierten Apotheken haben etwa zehn Prozent eine Versandhandelserlaubnis”, so Splett weiter. Jedoch nur ein Dutzend betreibe das Onlinegeschäft im großen Stil.
In Deutschland trat nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes Anfang 2004 ein Gesetz in Kraft, nachdem für jeglichen Handel mit Medikamenten eine Erlaubnis vorliegen muss. “Das heißt auch, dass ein Apotheker ohne diese nicht einmal eine Packung Kopfschmerzmittel an einen Patienten verschicken dürfte”, erklärt Splett.
Für Patienten, die sich nicht sicher sind, ob sie bei einer seriösen Versandapotheke bestellen, rät Splett zu einem Blick ins Impressum. “Jeder, der eine Versandapotheke betreibt, muss bei den Landesapothekenkammern als niedergelassener Apotheker aufgeführt sein. Bei den Kammern oder bei den Landesgesundheitsbehörden bekommt man dazu zuverlässige Aussagen.”

Juli 19, 2008
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Houston (pte) - Ein Medikament, das eigentlich zur Behandlung von Heuschnupfen eingesetzt wurde, verbessert die Symptome bei Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Alzheimer-Erkrankung deutlich. Dimebon war früher in Russland als Antihistamin zugelassen und wurde später von besser geeigneten Medikamenten abgelöst. Wissenschaftler des Baylor College of Medicine haben jetzt nachgewiesen, dass es Gedächtnis, Verhalten und die Fähigkeit, einfache Aktivitäten durchzuführen, verbessern kann. Zu den einfachen Aktivitäten gehört unter anderem das Essen. Experten wie Rebecca Wood vom Alzheimer’s Research Trust äußerten sich zu dieser Entdeckung vorsichtig optimistisch. Es sei zu begrüßen, dass eine dritte Phase der Tests geplant ist. Details der Studie wurden in The Lancet veröffentlicht.
An der Studie nahmen 183 Personen teil, die an einer bis zu diesem Zeitpunkt unbehandelten leichten bis mittelschweren Demenz litten. Bei den in Russland durchgeführten Tests erhielt die eine Hälfte der Teilnehmer 20 Milligramm Dimebon drei Mal täglich. Die andere Hälfte erhielt ein Blindpräparat. Nach sechs Monaten wurden Aufgaben wie das Merken einer Liste von Wörtern und das Lösen einfacher Aufgaben gestellt. Jene, die das Medikament erhalten hatten, erzielten vier Punkte weniger auf jener Skala, die zur Feststellung der Schwere der Erkrankung eingesetzt wird. Sie schnitten auch besser ab als zu Beginn der Studie. Bei jenen, die das Blindpräparat eingenommen hatten, verschlechterte sich der Zustand im gleichen Zeitraum.
Bei einer kleineren Gruppe der Patienten wurde der Test weitere sechs Monate fortgeführt. Sie erzielten bei der Überprüfung sogar einen um sieben Punkte niedrigeren Wert. Derzeit ist es nicht klar, wie genau das Medikament wirkt, berichtet BBC Online. Bei Versuchen mit Tieren wurde jedoch nachgewiesen, dass es bei den Nervenzellen im Gehirn eine schützende Wirkung haben kann. Die leitende Wissenschaftlerin Rachelle Doody betonte, dass vor allem die laufende Verbesserung der Werte von entscheidender Bedeutung sei. “Bisher hat keine der zugelassenen Therapieformen für leichte bis mittelschwere Alzheimer-Erkrankungen über einen Zeitraum von zwölf Monaten eine zunehmende Verbesserung des Zustandes der Patienten erzielen können.”

Juli 18, 2008
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München/Berlin - Als einen „Schlag ins Gesicht jedes Versicherten“ bezeichneten heute Präsidiumsmitglieder der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientierte Gesundheitsversorgung (DGbG) e. V. eine jetzt bekannt gewordene Gesetzesinitiative der CSU, nach der nicht ärztliche Kompetenz sondern die Mitgliedschaft in einem politischen Verband künftig darüber entscheiden soll, welche Hausärzte Verträge mit Krankenkassen abschließen dürfen.
Anstatt auf Qualität und bessere Versorgung von Versicherten zu setzen, scheint sich die CSU-Spitze nur noch von wahltaktischem Kalkül leiten lassen, indem sie vor massiven Eigeninteressen des Bayerischen Hausärzteverbandes eingeknickt ist. Die Krankenkassen müssen nach dem Gesetzänderungsentwurf ein Ausschreibungsverfahren durchführen, obwohl jetzt nur noch ein Vertragspartner in Frage kommt. „Dies ist eine Farce und die Patienten werden zum Narren gehalten“, so Dr. Elmar Schmid, Präsident der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientierte Gesundheitsversorgung. In Bayern wird nun nämlich genau der Vertragspartner in Frage kommen, der bereits 2005 in einem Kassenvertrag ein niedrigeres Versorgungsniveau als andere Mitbewerber zur Vertragsgrundlage gemacht hat.
Die Krankenkassen, die als Anwälte ihrer Versicherten die beste Wahl der Versorgung treffen sollten, können so nicht mehr nach der Qualität der Versorgung unter verschiedenen Anbietern wählen. „Das hat mit Bürgerorientierung nichts mehr zu tun. - Da dies alle Kassen betrifft, wird hierdurch die Wahlfreiheit der Bürger mit Füßen getreten”, kritisiert Dr. Elmar Schmid, „Es ist außerdem unverständlich, dass auch die SPD diesem Gesetzesvorhaben zustimmen will, obwohl der von der Koalition propagierte Wettbewerb im Gesundheitswesen um die beste Patientenversorgung aufs schlimmste konterkariert wird.“
Ein neues Monopol tut sich auf, das den Patienten vorgefertigte Versorgung „von der Stange“ präsentieren könnte. Der Bürger hat dann keine Entscheidungsfreiheit mehr. “Die bisher von den Patienten gewählten Versorgungsnetze oder medizinische Versorgungszentren sind außen vor. So werden die Versicherten gezwungen, sich in eine Patientenversorgung zu begeben, die sich in den Händen einer berufspolitischen Organisation befinden. Wir verlangen, dass sich die Bürger frei entscheiden können und nicht bevormundet werden”, so die beiden Vizepräsidenten der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientierte Gesundheitsversorgung Professor Dr. Dieter Adam und Dr. Klaus Meyer-Lutterloh.
Das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientierte Gesundheitsversorgung fordert, dass dieser Gesetzentwurf sofort wieder in der Versenkung verschwindet. Die gerade erst propagierte Wahlfreiheit der Versicherten darf nicht klammheimlich einkassiert werden. Andernfalls werden die Wähler als die Leidtragenden den Verantwortlichen die Quittung für einen solchen Versichertenbetrug präsentieren.

Juli 18, 2008
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Essen (pte) - Marathonlaufen verringert zwar den Bluthochdruck und schlechte Cholesterinwerte, jedoch nicht wie bisher angenommen das Risiko zur Koronarsklerose. Das ist das Ergebnis einer Studie des Westdeutschen Herzzentrums Essen. “Das heißt also, dass auch Marathonläufer ein durchaus erhöhtes Herzinfarktrisiko im höheren Alter haben können”, erklärt Stefan Möhlenkamp, Facharzt für Innere Medizin / Kardiologie am Herzzentrum Essen, gegenüber pressetext.
Möhlenkamp und sein Team haben für die Studie 110 männliche Marathonläufer, die alle über 50 Jahre alt waren, und mindestens fünf Marathons in den zurückliegenden drei Jahren absolviert haben, untersucht. “Wichtig für die Untersuchung war, dass keiner der Studienteilnehmer eine bekannte Herzkrankheit aufwies, beziehungsweise eine Blutzuckererkrankung hatte”, fährt Möhlenkamp fort. Neben eingehenden Befragungen zu Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der Läufer, unterzogen die Essener Wissenschaftler sie Ultraschalluntersuchungen, EKGs und Herz-Computertomographien.
Die Untersuchung hat ergeben, dass die Läufer, die im Schnitt 20 Marathonläufe absolviert hatten, ein wesentlich günstigeres kardiovaskuläres Risikoprofil aufwiesen. “Das heißt sie sind im Schnitt dünner, haben niedrigeren Blutdruck und bessere Cholesterinwerte”, erläutert Möhlenkamp, “Man kann sagen, die Männer haben sich ihre Risikofaktoren gesund gelaufen.” Das Risiko an Koronarsklerose zu erkranken - was im Endstadion zum Herzinfarkt führen kann - wurde durch das Laufen jedoch nicht verringert. Gleichaltrige Männer aus der Normbevölkerung, die ein vergleichbar günstiges Herz-Kreislauf-Risiko aufwiesen, hatten dagegen sogar seltener eine fortgeschrittene Koronarsklerose.
Ein Grund dafür könnte nach Ansicht der Forscher die Zunahme der Herzmuskelmasse sein. Ob und welcher genaue Zusammenhang zwischen der Vergrößerung des Herzmuskels und eines erhöhten Herzinfarktrisikos besteht, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Eines habe die Studie jedoch gezeigt: Laufen ist für die Gesamtvitalität des Körpers, die Lebensqualität und die Senkung der Herzinfarkte sehr fördernd. “Laufen ist in jedem Alter gesund, doch es kommt sehr auf die richtige Dosierung an”, sagt Möhlenkamp, “gerade Marathonläufe sind eine Extrembelastung für den Körper.” Wie vor der Besteigung eines Berges oder vor einem Tauchgang rät er auch vor einem derartigen Lauf, sich intensiv medizinisch durchchecken zu lassen und mit dem Arzt mögliche Risiken zu besprechen.

Juli 17, 2008
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Wien (pte) - Kinder reagieren besonders sensibel auf Umweltbelastungen. Vor allem bei Erkrankungen der Atemwege spielen diese Belastungen eine zunehmend wichtige Rolle. Asthma bronchiale gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. “Bereits zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Österreich leiden an dieser entzündlichen Atemwegserkrankung”, wie Manfred Neuberger, Ordinarius für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien, im pressetext-Interview erklärt. Eine der Hauptursachen für die Zunahme der Erkrankungen spielt das Rauchverhalten der Eltern - und das schon von der Schwangerschaft an.
“Wir konnten in einer multizentrischen Studie an 53.879 Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren feststellen, wie sehr Gifte aus der Zigarette über die Placenta auf das Ungeborene wirken. Praenatales Passivrauchen erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer schlechten Lungenfunktion um 31 bis 40 Prozent”, so der Experte. “Die Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft geraucht haben, weisen deutlich weniger Lungenbläschen auf.” Nikotin und andere Schadstoffe führen zu einem verzögerten Wachstum der Lungenfunktion und einer erhöhten Asthmaneigung. “Selbst wenn nach der Geburt die Mutter zum Rauchen aufhört, bleiben diese Schäden bestehen”, erklärt der Mediziner. Mit der Zahl der Raucher im Haushalt nehme die Krankheitshäufigkeit der Kinder zu. “Bei bereits bestehendem Asthma kommt es durch das Passivrauchen zu Rückfällen und bei schweren Fällen kann sogar ein lebensbedrohlicher Asthmaanfall ausgelöst werden”, erklärt der Mediziner.
“Rauchen in der Schwangerschaft hat die stärksten und nachhaltigsten Wirkungen auf Kinderasthma sowie auf Symptome wie Giemen und nächtlichem Husten. Aber auch nach der Geburt schädigen die Zigaretten der Eltern das Kind”, so der Mediziner. Ein weiterer Faktor für das Risiko an Asthma zu erkranken, ist die Exposition mit Feinstäuben. “In einer Studie in Linz konnten wir zeigen, dass immer wenn die Feinstaubbelastung in der Stadt anstieg auch die Atemnot bzw. nächtlicher Husten bei Asthmakindern zunahm. Man muss allerdings deutlich hervorheben, dass die schlimmste Feinstaubbelastung jene von Tabakrauch ist”, betont Neuberger. “Schon drei Zigaretten in einem Raum sorgen für eine Grenzwertüberschreitung um das zehnfache.” Untersuchungen in einem Auto in der “Feinstaubhochburg” Graz hätten gezeigt, dass selbst bei Feinstaubbelastungen von 50 bis 70 Mikrogramm pro Kubikmeter im Stadtbereich, eine bei offenem Fenster gerauchte Zigarette, die Werte sofort auf über 1.000 Mikrogramm nach oben schnellen lassen.
“Neben Passivrauchen und den Autoabgasen wurde eine Zunahme von Asthma bei Kindern auch mit der Wohnhygiene in Zusammenhang gebracht”, bestätigt der Experte. In der ehemaligen DDR sei Asthma selten gewesen. “Kinder waren durch eine hohe Durchimpfungsrate vor gefährlichen Infektionskrankheiten geschützt, aber nicht jeder Virusinfekt wurde gleich mit Antibiotika behandelt.” Das Immunsystem wurde im Kindergarten schon früh mit banalen Infekten trainiert. “Untersuchungen haben deutlich gezeigt, dass sogar schwangere Bäuerinnen ihren Kindern ein gestärktes Immunsystem weitergeben”, erklärt der Fachmann. Andere Studien machten deutlich, dass Kinder mit mehreren Geschwistern oder jene, die früh in Kindergärten kommen, ebenso ein Training des Immunsystems erfahren. “Es ist wichtig das Kind nicht unter einen Glassturz zu stellen, um das Immunsystem zu stärken”, so Neuberger abschließend im pressetext-Interview.

Juli 17, 2008
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London (pte) - Bei den Überlebensraten von Krebspatienten gibt es weltweit große Unterschiede. Zu diesem Ergebnis ist eine internationale Studie unter der Leitung von Michel Coleman von der London School of Hygiene and Tropical Medicine gekommen. Amerika, Australien, Kanada, Frankreich und Japan verfügten über die höchsten Überlebensraten innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren. Algerien schnitt laut dem Fachmagazin Lancet Oncology am schlechtesten ab. Im Vergleich zu den meisten westlichen Nachbarländern wies aber auch Großbritannien relativ schlechte Ergebniss auf. Die für die Studie ausgewerteten Daten stammen aus den 1990er Jahren.
Ausgaben für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung waren in allen 31 untersuchten Staaten ein entscheidender Faktor. Die Wissenschaftler betonten, dass höhere Ausgaben oft auch bedeuteten, dass Tests und Behandlung rascher zugänglich waren. Durchgeführt wurde die Studie weltweit von mehr als 100 Wissenschaftlern. Analysiert wurden unter anderem die Daten von mehr als zwei Millionen Krebspatienten, die in den neunziger Jahren eine entsprechende Diagnose und Behandlung erhielten. In Amerika waren die Überlebensraten bei Brustkrebs mit 83,9 Prozent und bei Prostatakrebs mit 91,9 Prozent erfreulich hoch. Japan schnitt am besten bei männlichen Patienten mit Darmkrebs oder rektalen Krebserkrankungen ab. 63 bzw. 58,2 Prozent der Patienten überlebten die Erkrankung. Frankreich wies bei diesen Krebserkrankungen im Gegensatz dazu mit 60,1 bzw. 63,9 Prozent die besten Werte bei den Patientinnen auf.
In Großbritannien lag die Überlebensrate bei Brustkrebs bei 69,7 Prozent. Mit etwas mehr als 40 Prozent überlebten deutlich weniger Patientinnen und Patienten allerdings Krebserkrankungen des Darmes oder des Rektums. Auch bei Prostatakrebs lag der Wert nur bei 51,1 Prozent. Algerien, das einzige afrikanische Land in der Studie, schnitt bei allen Krebsarten am schlechtesten ab. Das bedeutet konkret, dass ein Amerikaner vier Mal eher eine Prostatakrebs-Erkrankung überlebte als ein algerischer Patient. Ein japanischer Mann überlebte sechs Mal eher einen Darmkrebs. Polen, Slowenien, Brasilien und Estland verfügten über Überlebensraten, die gerade einmal halb so gut waren wie in den besten Ländern.
Diese Ergebnisse spiegelten sehr genau, den Betrag, den jedes dieser Länder in diesem Zeitraum für das Gesundheitswesen ausgab. Während Amerika mehr als 13 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Gesundheit ausgab, wendeten Kanada, Australien und die besten europäischen Länder zwischen neun und zehn Prozent auf. In Algerien lag dieser Wert bei nur rund vier Prozent. Die Bedeutung des Geldes wurde durch die ethnische Analyse der Ergebnisse in Amerika weiter verstärkt. Weiße Amerikaner, die allgemein größere finanzielle Möglichkeiten haben und sich daher auch eher eine entsprechende Versicherung leisten können, überlebten um 14 Prozent eher eine Krebserkrankung.

Juli 17, 2008
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Washington/Lübeck (pte) - Schlaflose Nächte können dazu führen, dass man sich an Einzelheiten falsch erinnert. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam der Universität Lübeck in der Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature. Obwohl Neurologen davon ausgehen, dass Erinnerungen im Schlaf vertieft werden können, war bis dato unklar, ob sich falsche Erinnerungen durch den Schlaf konsolidieren, oder erst dann, wenn die Informationen am nächsten Morgen wieder abgerufen wird.
Das Forscherteam unter der Leitung von Jan Born, Direktor des Department für Neuroendokrinologie an der Uni Lübeck hat Probanden eine ganze Reihe von Worten lernen lassen, die alle mit einem bestimmten Überbegriff zusammengefasst werden konnten. Zum Beispiel waren es Worte wie “Nacht”, “dunkel”, “Katze” und “weiß”, die alle mit dem Wort “schwarz” in Verbindung gebracht werden könnten. “Doch das Wort ’schwarz’ war nicht dabei”, so der Forschungsleiter Jan Born im pressetext-Interview. Anschließend fragten die Forscher ihre Probanden ab - eine Gruppe von ihnen war ausgeschlafen, die andere hatte eine schlaflose Nacht hinter sich. “Wir haben festgestellt, dass jene, die nicht ausgeschlafen waren, ziemlich häufig dazu neigten, Worte, die nie vorgekommen waren, als vorher genannt anzugeben”, erklärt der Forscher. Viele waren sogar felsenfest davon überzeugt, dass diese Worte vorher gefallen sind. Die Forscher nannten dieses Paradigma “False Memory”. “Es ist sehr interessant festzustellen, dass der Schlafmangel das gesamte Grob-Konzept des Denkens offensichtlich nicht beeinflusst, allerdings im Detail zu falschen Angaben führt.”
Interessant war auch das Ergebnis einen weiteren Tag später. “Selbst dann, wenn die schlaflosen Probanden nach einem Schlaf noch einmal befragt wurden, waren die falschen Erinnerungen immer noch vorhanden”, so der Forscher. Wahrscheinlich sei es nicht der Schlafentzug, der zu diesen falschen Erinnerungen führt, sondern der Akt die abgespeicherte Information wieder herauszuholen, glauben die Forscher. Untersuchungen des Gehirns haben darauf hingewiesen, dass im Gehirn auch bei Schlafentzug kein Mangel an Energie vorhanden war.” Beobachtet wurde sogar eine verstärkte Hirnaktivität. Schlafentzug wirkt demnach negativ auf die exekutiven Funktionen - damit werden kognitive Prozesse bezeichnet, die zum Erreichen eines definierten Ziels die flexible Koordination mehrerer Subprozesse steuern. Das geschieht in einer Hirnregion, die Vorderer Kortex genannt wird. “Die verstärkte Gehirnaktivität ist ein Versuch die mangelnde Leistung zu kompensieren”, meint der Experte abschließend gegenüber pressetext.

Juli 16, 2008
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Hamburg (pte) - Auch mit 60 Jahren ist das menschliche Gehirn noch in der Lage, beim Erlernen neuer Aufgaben zu wachsen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf (UKE) und Jena. “Ob dies nach dem 20. Lebensjahr noch möglich ist, war bisher die große Frage, erklärt Arne May, Professor am Institut für Systemische Neurowissenschaften am UKE, gegenüber pressetext.
Für die Studie erlernten 44 Probanden im Alter zwischen 50 und 67 Jahren binnen drei Monaten jonglieren. “Nach der Lernphase konnten wir bei allen eine Zunahme der grauen Substanz im visuellen Assoziationscortex feststellen”, erläutert May. Diese Gehirnregion ist darauf spezialisiert, Bewegungen im Raum wahrzunehmen. Was sich jedoch genau in der aus Zellen bestehenden grauen Massen verändert hat, konnten die Forscher nicht mit abschließender Sicherheit sagen. “Am wahrscheinlichsten ist aber, dass zwischen einzelnen Zellen neue Synopsen aufgebaut worden sind”, fährt May fort. Dies könne mit dem blitzschnellen Aufbau von Autobahnen und Hochgeschwindigkeitszugstrecken zwischen Städten verglichen werden. Mit Hilfe dieser sei eine erheblich schnellere Kommunikation zwischen den einzelnen Zellen möglich.
Neben der Zunahme im visuellen Assoziationscortex stellten die Forscher zudem eine Vergrößerung im Hippocampus fest, der für das Lernen verantwortlich ist. “Das zeigt, dass das menschliche Gehirn auch im höheren Alter noch in der Lage ist, neuen Speicherplatz für neu Erlerntes zur Verfügung zu stellen”, so May weiter. Neben dem positiven Lerneffekt hoben die Wissenschaftler aber auch hervor, dass sich das Gehirn wiederum verkleinere, wenn kein gezieltes Training des Gehirns mehr vorliege. “Wir können nur dazu raten, sich ständig mental fit zu halten, um diesem Effekt entgegenzuwirken.”
Fraglich ist derzeit noch, ob man diese Ergebnisse in die klinische Praxis übernehmen kann. “Ich persönlich glaube, dass es bei Schlaganfällen nicht genügt, Patienten zwei Wochen Rehabilitation zu verschreiben und sie dann auf Medikamente einzustellen. Es muss kontinuierlich mit ihnen weiter trainiert werden, damit andere Gehirnregionen alte Aufgaben übernehmen können”, sagt May. Langfristig hoffen die Hamburger Neurologen auf weitere Einsatzgebiete. “Sollte es uns gelingen zu verstehen, wie einzelne Zellen untereinander in Interaktion treten und Aufgaben übernehmen, könnten wir dies gezielt steuern. Daraus könnte theoretich eine wirksame Behandlungsmethode für Traumapatienten oder gegen Multiple-Sklerose entstehen”, erläutert May. Denn bei diesen Erkrankungen kommt es zu Ausfällen von teilweise ganzen Gehirnregionen. Dies sei jedoch noch Zukunftsmusik. Erst einmal müssten die gefundenen Ergebnisse im Tierversuch eingehend erforscht werden.

Juli 16, 2008
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Stockholm (pte) - Fettleibige Frauen, bei denen sich der Großteil des Gewichts im Bauchraum angesammelt hat, verfügen über ein um 70 Prozent erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Karolinska Institutet gekommen. Bisher wurde angenommen, dass Fettsucht das Risiko erhöht, eher jedoch bei Männern als bei Frauen. Für die aktuelle Studie wurden die Daten von mehr als 138.000 Amerikanerinnen nach der Menopause für die Dauer von sieben Jahren ausgewertet, berichtet BBC Online. Details der Studie wurden im British Journal of Cancer veröffentlicht.
251 der Teilnehmerinnen erkrankten an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nachdem andere Risikofaktoren wie Rauchen berücksichtigt worden waren, berechneten die Forscher, dass die Krankheit um 70 Prozent eher Frauen mit dem höchsten Taille-Hüft-Verhältnis betrifft. Diese Kennzahl wird allgemein für die Feststellung einer Fettleibigkeit herangezogen. In Amerika ist Bauchspeicheldrüsenkrebs die sechsthäufigste Todesursache bei einer Krebserkrankung. 2004 wurden allein in Großbritannien 7.400 Erkrankungen diagnostiziert. Jedes Jahr sterben rund 7.000 Menschen an Erkrankungen des Pankreas. In den meisten Fällen erfolgt die Diagnose erst nachdem sich die Krankheit bereits im Körper ausgebreitet hat. Erschwerend kommt dazu, dass eine erfolgreiche Behandlung nur schwer möglich ist. Nur zwei bis drei Prozent der Patienten leben nach der Diagnose noch länger als fünf Jahre.
Das Team um Juhua Luo geht davon aus, dass die Fettleibigkeit das Krebsrisiko durch die Beeinflussung der Insulin-Werte beeinflusst. Eine große Fettmenge im Unterleib stehe mit erhöhten Insulin-Werten in Zusammenhang. Dadurch dürfte die Wechselwirkung zwischen Fettsucht und dieser Form von Krebs zustande kommen. Lesley Walker von der Hilfsorganisation Cancer Research UK betonte, dass ein Viertel aller Krebserkrankungen auf eine ungesunde Ernährung und Fettsucht zurückzuführen sei. Es sei von entscheidender Bedeutung, den Menschen dieses Risiko bewusst zu machen.

Juli 16, 2008
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München (pte) - Viele Touristen sind über die gesundheitlichen Vorkehrungen vor einer Reise kaum informiert. Bei der Befragung von mehr als 8.000 Reisenden in Nordeuropa war 80 Prozent nicht bekannt, welchen Gesundheitsrisiken sie während einer Reise ausgesetzt sind. Generell sind - auch für Reisen innerhalb Europas - Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus, Diphterie und Kinderlähmung empfohlen. Experten raten auch dringend zu einer Impfungen gegen Hepatitis A. “Wer nach der Rückkehr aus den Tropen über Unwohlsein oder Fieber klagt, sollte sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben”, rät der Experte Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) im pressetext-Interview. “Gerade bei tropischen Fiebererkrankungen kann jede Stunde zählen. Viele Tropenerkrankungen können bei rechtzeitiger Entdeckung sehr gut behandelt werden.”
Löscher warnt allerdings vor Kontakten mit Affen und Fledermäusen. Nach dem Tod einer niederländischen Touristin durch das Marburg-Virus sei das anzuraten, meint der Experte. “Wir wissen, dass Fledermäuse tödliche Erreger wie Marburg-, Ebola- oder Tollwutviren übertragen können. Offenbar kann eine Infektion nicht nur durch Bisswunden oder den Verzehr dieser Tiere erfolgen, es gibt auch Hinweise darauf, dass der Kontakt mit Ausscheidungen gefährlich sein kann.” Da Fledermäuse in manchen Teilen Afrikas auch zur Beute von Affen gehören, die wiederum von Menschen gejagt und verzehrt werden, kann es immer wieder zu Ausbrüchen von solchen hämorrhagischen Viruserkrankungen kommen, die sehr häufig tödlich enden.
Eine Tollwutimpfung empfiehlt der Mediziner dann, wenn man in ein Land fährt, in dem diese Erkrankung häufig auftritt. “Die meisten Fälle von Tollwut gibt es in Indien, wo man von etwa 20.000 bis 30.000 Todesfällen im Jahr berichtet.” Sehr viele Tollwutfälle gibt es auch in China. “Ein weiterer Grund sich zu impfen ist natürlich auch die Frage der Exposition mit den Tieren”, erklärt Löscher. Ein Pauschaltourist komme sicher weniger häufig in Kontakt mit Wildtieren als ein Rucksack-Tourist. “In diesem Zusammenhang muss natürlich auch vor einem Kontakt mit Straßenhunden gewarnt werden.” Zu einer vorbeugenden Impfung rät der Experte auch dann, wenn eine Impfung vor Ort nicht oder nur sehr schwer verfügbar sei. “Das gilt für die meisten afrikanischen Länder. In Indien oder Thailand gibt es das Problem eher nicht.” Als Faustregel gelte, dass nicht jeder Infizierte an Tollwut erkrankt, aber jeder Erkrankte daran stirbt. “Eine Impfung kann daher lebensrettend sein und sollte auf jeden Fall gegeben werden, wenn man in diesen Gebieten Bissverletzungen erleidet”, erklärt Löscher.
Generell ließen sich die meisten Tropenerkrankungen gut behandeln. Der Experte rät dennoch zu einer Aufklärung bei einem reisemedizinisch geschulten Mediziner oder einer Klinik. “Auch wenn es vielleicht irritierend klingen mag, jährlich sterben mehr Reisende an den Folgen von Unfällen als an Krankheiten”, so Löscher. Darum sei es oberstes Gebot auf Reisen vorsichtig zu sein, erklärt der Wissenschaftler abschließend im pressetext-Interview.

Juli 15, 2008
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