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Floß aus Abfall warnt vor Plastikmüll im Ozean

Long Beach/Honolulu (pte) - Ein Floß, das ausschließlich aus Abfall gebaut wurde, soll Menschen darauf aufmerksam machen, wie sehr die Ozeane unter dem Plastikdreck leiden. Die Umweltorganisation Algalita Marine Research Foundation hat zu diesem Zweck das Floß mit dem Namen “Junk” auf die Reise von Long Beach/Kalifornien nach Honolulu/Hawaii geschickt.

Vor mehr als einem Monat sind die beiden Segler Marcus Eriksen und Joel Paschal von Kalifornien aus in Richtung Westen mit ihrem selbstgebauten Floß “Junk” aufgebrochen. Junk besteht aus sechs Pontons aus je 2.000 Plastikflaschen. Als Kajüte dient ein ausrangierter Rumpf einer Cessna 310. Auch wenn das Floß von außen aussieht, wie eine schwimmende Müllstation, verfügt es dennoch über die notwendige Sicherheitsausrüstung. Die beiden Aktivisten wollen mit der Aktion auf das steigende Müllproblem im Ozean - vor allem rund um die Gewässer der Hawaii-Inseln hinweisen. “Es sind viele tausende Tonnen Plastikabfälle, die die Küsten des 50. US-Bundesstaates verunreinigen”, meint Eriksen, Direktor von Algalita. Vielfach sind es menschenleere und unberührte Strände auf denen Mengen von Abfällen angeschwemmt werden. Ein Großteil des Abfalls landet im großen pazifischen Müllstrudel.

“Obwohl Plastikmüll weltweit in den Ozeanen zu finden ist, gibt es Meeresbereiche, in denen das Problem besonders schlimm ist. Die Region im Pazifik gehört dazu”, so die Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms im pressetext-Interview. “Wird der im Meer treibende Müll von der Strömung des Strudels erfasst, bleibt er bis zu 16 Jahre lang in diesem Gebiet. Die Folge ist ein gigantischer, nahezu geschlossener Müllteppich, der mittlerweile die Größe Zentraleuropas erreicht hat.” Ob Schiffsabfälle, Fischernetze, Leinen, Tonnen oder Verpackungsmaterial: Müll, der von dieser Strömung erfasst wird, bleibt in diesem Gebiet. Experten wissen mittlerweile, dass der Müllstrudel vor Hawaii die weltweit höchste Konzentration an schwimmenden Plastikteilen aufweist.

Junk hat am 1. Juni Long Beach verlassen und wird im August in Hawaii erwartet. Die Junk-Schiff-Aktion ist bereits die zweite derartige Aktion der Organisation Algalita. Eriksen geht davon aus, dass Recycling keine Lösung dieses inzwischen weltweit massiven Problems sei. “Das Zeitalter der Plastikeinwegverpackungen muss einfach aufhören”, so der Umweltaktivist. Die Recycling-Programme zeigen im Vergleich zur Menge an hergestelltem Plastik nur einen marginalen Erfolg.” Mittlerweile haben sich auch Umweltaktivisten im 50. Bundesstaat zu Wort gemeldet. Die Aktivisten fordern, alle Plastik-Einweg-Verpackungen abzuschaffen, denn auch Plastiktüten und Verpackungen von Supermärkten in Honolulu landen sehr oft im Meer.


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Juli 19, 2008 Verfasst von newscologne | Kultur, Umwelt | | Keine Kommentare

Wien feiert zehn Tage lang Afrika

Wien (pte) - Vom 25. Juli bis 3. August 2008 steht die Wiener Donauinsel bei der Floridsdorfer Brücke wieder ganz im Zeichen des Schwarzen Kontinents: Zum vierten Mal finden die Afrika Tage statt. Zehn Tage lang soll die Vitalität und die Lebensfreude Afrikas für Besucher mitten in Wien spürbar werden. Mehr als 1.500 Aussteller, Musiker, Tänzer, Künstler, Vereine, Initiativen, Gastronomen und andere Mitwirkende aus aller Welt tragen dazu bei, den Esprit Afrikas in der Donaumetropole lebendig werden zu lassen. Das Festival ist politisch unabhängig, wird von keinen Steuermitteln finanziert und erfreut sich ständig steigender Beliebtheit bei der Wiener Bevölkerung und Touristen.

In diesem Jahr werden unter anderem Patrice, Blues-Legende Hans Theessink und Supermax Kurt Hauenstein auftreten. “Mit den Stars will man nicht nur deren Fangemeinde als neue Besucher gewinnen, sondern entsprechend verstärkt ein besonderes Zeichen für internationale Kommunikation, Soziales, Toleranz und Verständnis zwischen Menschen und Kulturen setzen”, so die Veranstalter. Die drei prominentesten Musiker bei den wiener Afrika Tagen sind gebürtige Europäer und haben nicht nur wegen ihrer musikalischen Biografie und Chart-Erfolge einen besonders starken Afrika-Bezug. “Sie sind keine Schwarz-Weiß-Denker, sondern bunte, internationale Brückenbauer. Sie sind politisch absolut unabhängig und doch vorbildliche Botschafter gegen Rassismus, für Frieden und soziale Gerechtigkeit”, erklären die Veranstalter. Beim zehntägigen Festival werden insgesamt mehr als 200 Künstler - Musiker und Tänzer - zu hören und zu sehen sein. Einige davon werden zum ersten Mal in Wien gastieren.

Herzstück des Festivals ist wieder der große Bazar mit mehr als 180 Ausstellern, der wie auch in den Jahren zuvor, Kunsthandwerk aus Afrika, Trommel- und Tanzworkshops und ein informatives und spannendes Kinderprogramm bieten wird. Auch die kulinarische Versorgung wird nicht zu kurz kommen: Bars und Lokale werden afrikanische Speisen, Cocktails und Getränke aufwarten.

Auch im vierten Jahr des Bestehens werden die Veranstalter aus München auf der Wiener Donauinsel nicht nur Kunst, Kommerz und Konzerte bieten. Mit echten Insidern informieren sie auch wieder über die traurige Realität des schwarzen Kontinents. In diesem Jahr unterstützen die Veranstalter wieder die Flüchtlingshelferin Ute Bock.


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Juli 19, 2008 Verfasst von newscologne | Kultur | | Keine Kommentare

paraflows 08: Festival für digitale Kunst hat Visionen

Wien (pte) - Das Wiener Netzkultur-Festival paraflows startet in die dritte Runde. Die Veranstaltung für digitale Kunst und Kultur hat sich inzwischen als Plattform für eine junge, lokale Szene etabliert und will sich künftig auch als Schnittstelle zu internationalen und bereits renommierten Positionen der Medienkunst einen Namen machen. Von 11. September bis 26. Oktober soll in diesem Jahr unter dem Motto UTOPIA ein Blick in die Zukunft geworfen werden, so die Veranstalter in einer Aussendung. 2007 hatte paraflows zur Erkundung von “Nicht-Orten” angesetzt - mit fantastischen bis düsteren Visionen will die Veranstaltung davon ausgehend ihren Weg fortsetzen.

“Das Festival wächst und hat sich mittlerweile auch international durchgesetzt. Die Ausstellung im Gegenwartskunstdepot Gefechtsturm Arenbergpark läuft dieses Jahr sechs Wochen, anstatt nur 10 Tage”, sagt Katrin Draxl, Pressesprecherin von paraflows, gegenüber pressetext. In diesem Jahr habe das Festival außerdem neue Kooperationspartner wie zum Beispiel das heimische net culture lab hinzugewonnen und einen gemeinsamen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Aber auch im Ausland - in Slowenien, Polen, der Slowakei und Tschechien - konnten Partnerschaften erzielt werden, die paraflows unterstützen.

Während des Festivals werden im MAK-Gegenwartskunstdepot im Zuge der Ausstellung UTOPIA über 30 nationale und internationale Arbeiten aus dem Bereich der digitalen Kunst und Kultur zu bewundern sein. Gezeigt werden utopische Zukunftsvisionen sowie deren negative Kehrseiten. Ein Themenbereich ist der Idee des Paradiesgartens gewidmet und zeigt verschiedene Konzepte der Evolution. Dem gegenüber wiederum finden sich auch realistischere, teils düstere Ausblicke wie zum Beispiel Arbeiten zum Thema 9/11.

Ergänzend zu der Ausstellung soll am 12. und 13. September auch ein Symposium stattfinden. Unter dem Titel “Ambiente. Das Leben & seine Räume” will paraflows auch eine theoretische Erweiterung zum UTOPIA-Programm bieten. Verschiedene Beiträge werden Ausformungen und Möglichkeiten von Lebensräumen beleuchten. Ein Rahmenprogramm im Metalab Wien bzw. im Quartier für Digitale Kunst (QDK) rundet das Festival in diesem Herbst ab.


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Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Events, Kultur | | Keine Kommentare

Ehe ohne (Rechts-)Folgen?

Der vor kurzem beschlossene Wegfall der Standesamt-Pflicht für die Eheschließung zum 1. Januar 2009 wurde in den Medien meist als Fortschritt gefeiert. Die neue Rechtslage sieht vor, dass kirchliche oder andere religiöse Eheschließungen zukünftig auch dann durchgeführt werden dürfen, wenn das Paar nicht standesamtlich verheiratet ist. Doch wer auf den Gang zum Standesamt verzichtet, für den hat die nur kirchlich-religiöse Ehe keinerlei Rechtsfolgen. Das Redaktionsteam von anwalt.de beleuchtet die Hintergründe und zeigt, auf welche ehelichen Rechte man jedoch ohne standesamtliche Trauung verzichtet.

Personenstandsreformgesetz

Der Wegfall der Pflicht zur standesamtlichen Eheschließung (sogenannte „Zivilehe“) wurde bereits 2007 mit dem Personenstandsreformgesetz vom Gesetzgeber beschlossen. Bisher waren kirchliche oder andere religiöse Trauungen nur nach einer vorherigen standesamtlichen Eheschließung erlaubt. Bei einem Verstoß hiergegen lag seitens des Geistlichen eine Ordnungswidrigkeit gemäß §§ 67, 67a Personenstandsgesetz vor. Mit dem Reformgesetz werden diese beiden Paragraphen zum 1. Januar 2009 aufgehoben. Damit wird die religiöse Trauung eines zivilrechtlich nicht verheirateten Paares nicht mehr als Ordnungswidrigkeit sanktioniert.

Achtung: Es bleibt jedoch dabei, dass nur eine vor dem Standesamt geschlossene Ehe, eine gesetzlich anerkannte Ehe im Sinne des § 1350 Bürgerliches Gesetzbuch ist. Nur aus dieser zivilrechtlich geschlossenen Ehe ergeben sich für die Ehepartner auch juristisch die Rechte und Pflichten als Eheleute. Eine religiöse Trauung kann diese nicht bewirken.

Keine rechtliche Bindung

Somit entfalten nur standesamtliche Eheschließungen rechtliche Wirkungen, rein kirchliche oder andere religiöse Trauungen haben keinerlei juristische Bedeutung. Damit sind solche Eheschließungen äußerst riskant. Denn ohne Standesamt verzichten die Betroffenen nicht nur auf eheliche Pflichten, sondern vor allem auf alle Rechte, die mit der gesetzlich anerkannten Eheschließung einhergehen. Vor dem Gesetz gelten sie als unverheiratet.

Es entfallen dann insbesondere folgende Vorteile und gesetzliche Ansprüche:

Keine Fürsorgepflichten der Partner

Einer der grundlegenden Entscheidungsgründe für eine Ehe ist der Wille und die Bereitschaft der lebenslangen ehelichen Lebensgemeinschaft und des Füreinander-Einstehens. Die Pflicht zur ehelichen Lebensgemeinschaft und zur gegenseitigen Verantwortung füreinander ist vom Gesetzgeber für die Zivilehe in § 1353 BGB verankert. Nur wer zivilrechtlich verheiratet ist, kann von seinem Partner erwarten und verlangen, dass er mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebt und einen gemeinsamen Alltag gestaltet. Die Zivilehe sieht vor, dass die Eheleute sich gegenseitig in allen Angelegenheiten Beistand leisten und Rücksicht nehmen, beispielsweise bei der Gesundheitssorge, der Berufsplanung, der Bildung von gemeinsamen Vermögenswerten und der Familienplanung.

Gemeinsame Kinder: Kein Sorgerecht

Erhebliche Nachteile bringt die rein kirchliche Eheschließung auch im Hinblick auf das Sorgerecht. Die Vaterstellung wird in dieser Konstellation von der Rechtsordnung nur soweit anerkannt, dass dem nichtehelichen Vater ein Umgangsrecht zusteht. Das Sorgerecht erhält er jedoch nur mit Zustimmung der Mutter. Auch weitere Vorteile, die Familienangehörige genießen, wie beispielsweise das Zeugnisverweigerungsrecht oder die Informationsrechte bei Krankheit (z.B. nach einem Unfall), Pflege und Bestattung eines Angehörigen, entfallen. Auch das ansonsten bestehende Eintrittsrecht des Ehegatten bei Tod des Mieters in den Mietvertrag (§ 563 Absatz 1 BGB) entfällt, wenn die Ehe oder Lebenspartnerschaft nicht standesamtlich geschlossen wurde.

Keine Unterhaltsansprüche

Grundsätzlich hat eine solche Ehe keine unterhaltsrechtlichen Folgen. Einen Unterhaltsanspruch im Fall der Trennung und der Scheidung gibt es nicht. Damit bedeutet der Verzicht auf eine standesamtliche Trauung auch den Verzicht auf den ansonsten bei der gesetzlich anerkannten Ehe bestehenden Trennungsunterhalt und nachehelichen Unterhalt. Gleiches gilt für den nachträglichen Zugewinnausgleich und den Versorgungsausgleich.

Keine Steuervorteile

Auch in Hinblick auf das Steuerrecht entfaltet eine rein kirchliche Trauung keinerlei Rechtswirkung. Damit entfallen hier die ansonsten für Ehegatten vorgesehenen steuerrechtlichen Vergünstigungen, wie beispielsweise das Ehegattensplitting. Das ist der Steuertarif für Ehegatten, bei dem im Rahmen der Einkommensteuererklärung das Einkommen wechselseitig angerechnet und halbiert wird und eine Besteuerung nicht nach der Leistungsfähigkeit des einzelnen, sondern gleichmäßig auf beide Ehegatten verteilt mit einem niedrigeren Steuersatz veranlagt wird (§§ 26 ff. Einkommensteuergesetz, EStG). In der Regel ist diese Besteuerungsform günstiger für die Eheleute als die getrennte Veranlagung.

Kein gesetzliches Erbrecht

Ein wichtiges Argument für die standesamtliche Eheschließung liefert das Erbrecht. Denn nur, wenn die Ehe gesetzlich anerkannt ist, erhält der Ehegatte im Todesfall des Partners die Stellung als gesetzlicher Erbe, d.h. die Hälfte des Nachlasses. Ohne standesamtliche Trauung ist höchstens Erbeinsetzung durch ein Testament möglich. Ohne eine testamentarische Regelung führt eine nicht-standesamtliche Ehe dazu, dass eventuell entfernte Verwandte den Nachlass erben, während der Ehegatte nicht als Erbe berücksichtigt wird. Ihm stehen keinerlei gesetzliche Ansprüche zu. Sogar bei der testamentarischen Erbeinsetzung bleibt der nicht verheiratete Partner benachteiligt, weil er die Freibeträge der Erbschaftsteuer für Ehegatten (derzeit 307.000 EUR €) nicht in Anspruch nehmen kann.

Keine Hinterbliebenenrente

Letztlich scheiden auch Ansprüche in Hinblick auf die gesetzliche Rentenversicherung bei einer nicht-standesamtlich geschlossenen Ehe aus. Hier besteht dann kein Anspruch auf Witwenrente. Hinweis: Seit dem Jahr 2005 wird auch eine gleichgeschlechtliche eingetragene Lebenspartnerschaft im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt. Allerdings gilt auch hier: Nur wenn die Lebenspartnerschaft vor dem Standesamt geschlossen wurde, entfaltet sie Rechtswirkungen.

Fazit: Standesamt bleibt meist ein Muss

Der Gang zum Standesamt lohnt sich also auf jeden Fall. Auch wenn man sich auf den ersten Blick vielleicht den bürokratischen Aufwand sparen möchte. Die anwalt.de-Redaktion rät Heiratswilligen, unbedingt das Standesamt bei der Eheschließung einzuschalten. Denn ansonsten bleibt die Ehe ein rein religiöses Partnerschaftsbekenntnis ohne jegliche Rechtsfolgen.

Einzig bei Paaren im Rentenalter bietet die rein kirchlich-religiöse Trauung eine Alternative: Wenn bereits verwitwete Partner wieder heiraten, verlieren sie jeweils ihre Ansprüche aus einer Witwenrente, so dass oftmals aus finanziellen Gründen die zivile Eheschließung nachteilig wäre. Oft möchten sie auch keine Änderung ihrer erbrechtlichen Nachfolge riskieren. Das Bedürfnis nach einem Eheversprechen ohne rechtliche Folgen kann hier das neuerdings zulässige, rein religiöse Partnerbekenntnis erfüllen.

Darüber hinaus sollte man sich in jedem Fall fachkundig vor einer Eheschließung beraten lassen. In vielen Fällen bietet ein Ehevertrag eine gute Möglichkeit, individuelle Vereinbarungen zu treffen, beispielsweise zum Unterhaltsrecht oder wenn Vermögen vorhanden ist.


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Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Kultur, Politik | | Keine Kommentare

Big Brother kämpft ums Überleben

Sydney/London/Wien (pte) - Das Reality-TV-Format Big Brother hat langsam, aber sicher ausgedient. Nachdem der australische Sender Ten Network, angekündigt hat, das Format mit dem Ende der aktuell laufenden Staffel definitiv abzusetzen, wird auch in Europa laut über die verbleibenden Überlebenschancen der Sendung nachgedacht. Buchmacher bezweifeln das Weiterbestehen des Formats bereits und haben die Chancen darauf deutlich herabgesetzt, wie der Guardian berichtet. Dass sich die populäre Endemol-Show im Laufe der Jahre abgenutzt hat, darüber sind sich die Medienexperten einig. “Ich denke, in gewisser Weise hat sich das Format sicherlich totgefahren”, meint Big-Brother-Experte Jürgen Grimm, Professor am Institut für Publizistik der Universität Wien, im Gespräch mit pressetext. Was das Reality-TV-Format einst groß gemacht habe, würde mittlerweile nicht mehr in diesem Ausmaß greifen und sei von anderen Trends abgelöst worden.

“Endgültig kann man noch nichts sagen, aber fürs erste ist es jetzt einmal vorbei. Ich glaube nicht, dass wir da in den nächsten Monaten noch viel sehen werden”, prognostiziert auch der Medienexperte Kai Weidlich vom Medieninstitut Ludwigshafen gegenüber pressetext. Bestätigt wird diese Einschätzung von den sinkenden Quoten, die zuletzt auch bei der australischen Version zum angekündigten Aus führten. Selbst Super-Promi-Auftritte wie jener von Pamela Anderson konnten an dem geringen Interesse des Publikums nichts mehr ändern. “Der einstige Erfolg von Big Brother entstand im Zuge des Reality-TV-Hypes. Als die Sendung an den Start ging, gab es einen Bedarf nach Alltagsleben und typischen Durchschnittsmenschen im Fernsehen”, erläutert Grimm. Zuvor seien im TV überwiegend Prominente oder bekannte Personen präsentiert worden. “Mit dem Aufkommen von Reality-Shows wurde beim Zuseher erstmals das Bedürfnis nach normalen Menschen im Fernsehen befriedigt.”

Der anfängliche Hype liegt darüber hinaus auch in einer Art “angeborenem Voyeurismus” des Menschen begründet. “Andere in intimen Situationen zu beobachten, übt einen starken Reiz aus”, ergänzt Weidlich. Dass sich TV-Formate über die Jahre schließlich abnutzen, sei völlig normal. Im Fall von Big Brother haben dazu aber auch die Sender selbst beigetragen, indem sie das Konzept laufend veränderten und “formatfremde Elemente” einführten. “In Deutschland führten schon in der zweiten und dritten Staffel die Versuche, die Show mit Games oder Sexappeal aufzupeppen, zu einem ersten Attraktivitätsverlust”, erklärt Grimm im pressetext-Interview. Solche Elemente würden zwar kurzfristig Quoten bringen, seien aber langfristig nicht erfolgreich. “Wer sexuelle Stimulation wünscht, findet diese anderswo und braucht dazu nicht Big Brother”, so der Medienexperte.

Das Format hat sich mit der Zeit zu sehr von seinem ursprünglichen Konzept entfernt. Auch die Teilnehmer kamen schließlich nicht mehr nur, um bei dem TV-Experiment mitzumachen, sondern um bewusst berühmt zu werden, sich im Fernsehen darzustellen. “Die Leute haben sich immer mehr wie in einer Castingshow verhalten und wollten entdeckt werden”, erklärt Grimm, der seinerzeit selbst Begleitstudien zu den ersten beiden Staffeln im deutschsprachigen Fernsehen durchgeführt hat. Heutzutage populäre Castingshows seien demnach die logische Weiterentwicklung des Reality-TV-Formats. “Was sich vom Ursprungstrend gehalten hat, ist das Orientierungsbedürfnis der Zuschauer. Sie holen sich bei den Sendungen eine Art Anleitung, um sich selbst zu positionieren”, erklärt Grimm.

In Hinblick auf Big Brother und sein absehbares Ende müsse aber eines auf jeden Fall beachtet werden: “Bei diesem Format handelt es sich um einen Megatrend, der sich rund eine Dekade gehalten hat. Das ist im Fernsehen und angesichts der heutigen Kurzlebigkeit eine lange Zeit.” Derzeit gefragte Formate müssten sich bereits einer deutlich schnelleren Abnutzung stellen. Diese Ansicht stützt auch Weidlich, der den Castingshows ebenfalls ein baldiges Ableben bescheinigt. Bleibt abzuwarten, ob auch hierzulande der Zenith dieses Formats endgültig überschritten ist und wie viele Zuschauer RTL2 mit der nächsten, ab Dezember geplanten Staffel erreichen kann. Castings für Runde neun laufen bereits, die achte Staffel endete erst vor wenigen Tagen.


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Juli 16, 2008 Verfasst von newscologne | Kultur, Medien | | Keine Kommentare

40 Prozent des Einkommens wird in Miete investiert

Berlin/Sydney (pte) - Bis zu 40 Prozent geben Einpersonenhaushalte in Deutschland für ihre Nettokaltmiete aus. Das ist das Ergebnis des vom statistischen Bundesamt vorgestellten Mikrozensus. Demnach liege die durchschnittliche Belastung für eine Mietwohnung/haus bei 23 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens. “Dabei können wir kaum Unterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern beobachten”, erklärt das statische Bundesamt auf Anfrage von pressetext.

Im bundesweiten Vergleich lag die Durchschnittsmiete bei 410 Euro/Monat; das entspricht einem Quadratmeterpreis von 5,94 Euro. Dieser Wert könne aber nur dadurch erreicht werden, erklärt das Bundesamt, dass langfristige und subventionierte Mieten den Gesamtdurchschnitt deutlich drückten. So zahlen Mieter für eine vor 25 Jahren bezogene Wohnung nur 5,34 Euro je Quadratmeter, für eine nach 2005 hingegen im Schnitt 6,31 Euro.

Am teuersten ist das Wohnen in Hamburg, gefolgt von den Ballungszentren von Hessen und Bayern. Bis zu 7,74 Euro müssen dort in die Quadratmetermiete pro Monat im Durchschnitt investiert werden. Bedeutend weniger tief müssen Mieter im Osten in die Tasche greifen. Mit Ausnahme von Brandenburg, wo speziell Potsdam die Mieten in die Höhe treibt, ist Wohnraum dort weitaus günstiger. “Gerade Potsdam hat in den vergangenen Jahren von dem wirtschaftlichen Aufschwung der ganzen Region profitiert. In diesem Zuge wurde auch mehr Mietraum nachgefragt, viele Häuser saniert und dementsprechend sind auch die Mieten gestiegen”, sagt David Eberhart, Sprecher des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, gegenüber pressetext. Erhebliche Unterschiede weisen sich zwischen Ost- und Westdeutschland auch in der Fläche auf, die bewohnt wird. Sind Wohnungen im Osten durchschnittlich 76,5 Quadratmeter groß, sind es in den alten Bundesländern fast ein Viertel mehr (93,9 Quadratmeter).

Die Tendenz hin zu weniger Wohnraum lässt sich derzeit in Australien beobachten. Wie die BBC berichtet, leben dort immer mehr Durchschnittsverdiener in Camping-Wagen-Siedlungen. 120 Australische Dollar (73 Euro) kosten diese im Schnitt die Woche und damit nicht einmal die Hälfte einer normalen Zweiraumwohnung. “20 bis 30 Personen bewerben sich in Sydney für eine Wohnung. Wer am meisten bietet, bekommt am Ende den Zuschlag”, erzählt Nathan de Battista, der selbst seit einiger Zeit im Caravan lebt. Laut einer Studie der Saint Vincent de Paul Society sind die Mietpreise in Australien in den vergangenen Jahren förmlich explodiert. Bezahlbaren Wohnraum gäbe es kaum noch - vor allem nicht mehr für Neumieter, “Für viele ist der Caravan die letzte Stufe vor der Obdachlosigkeit”, sagt de Battista.

Aber selbst dieser letzte Zufluchtsort wird für immer weniger Australier erreichbar. Alleine im Raum Sydney sei in den rückliegenden Jahren die Zahl der Dauercampingplätze von 160 auf 70 gesunken. “Viele meiner Mieter sind verzweifelt, sie wollen in Sydney leben, finden aber keine Wohnung. Sie müssen sich als Trailer-Müll bezeichnen lassen, obwohl es gute Menschen sind”, erzählt Janet Peterson, die im Umland von Sydney einen Campingplatz betreibt.


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Juli 15, 2008 Verfasst von newscologne | Kultur, Unternehmen | | Keine Kommentare

Filmstudios versehen DVDs mit Anti-Raucher-Werbung

Los Angeles/Unterschleißheim (pte) - DVDs sollen in Zukunft Anti-Raucher-Hinweise beinhalten. Sechs große Hollywoodstudios haben sich darauf geeinigt, DVDs von Filmen, die auf ein junges Publikum abzielen, mit Warnungen gegen das Rauchen zu versehen. Wie das Wall Street Journal berichtet, sollen insbesondere Jugendliche unter anderem mit kurzen Spots vor dem Hauptfilm vor dem Griff zur Zigarette gewarnt werden. Die Vereinbarung zur Anti-Raucher-Kampagne kam zustande, nachdem Anti-Raucher-Gruppen jahrelang Lobbying gegen die Darstellung von Tabakkonsum in Hollywood-Filmen betrieben hatten.

Die Initiative, zu der sich Sony Pictures, Universal Studios, Warner Brothers, Paramount Pictures, Walt Disney und 20th Century Fox verpflichtet haben, soll bis Ende 2009 laufen. Vor allem die Entertainment Industry Foundation warnte seit langem vor negativen Folgen von Rauchen in Filmen. Die Organisation hat auch maßgeblich zum Zustandekommen der Vereinbarung unter den Filmstudios beigetragen. “Grundsätzlich ist alles, was verdeutlicht, das Rauchen gefährlich ist, zu begrüßen. Ob Werbung und Warnhinweise tatsächlich Wirkung zeigen, lässt sich so einfach nicht sagen”, meint Ernst-Günther Krause, Vizepräsident der Nichtraucher-Initiative Deutschland, im Gespräch mit pressetext. Das Hauptproblem seien Darstellungen von Tabakkonsum in den Filmen selbst. “Daher sprechen wir uns auch dafür aus, das Rauchen in Film und Fernsehen auf die negativ besetzten Charaktere zu beschränken”, ergänzt Krause.

Generell sei zu beobachten, dass Raucherdarstellungen in US-Produktionen mittlerweile deutlich weniger geworden sind. “Im deutschen Fernsehen hingegen, das von einem öffentlich-rechtlichen System ausgeht, wird noch doppelt so viel geraucht”, kritisiert Krause. “Dem deutschen Fernsehen fällt es immer noch schwer, den Nichtraucherschutz einzuhalten, obwohl dieser bereits vor Jahren beschlossen wurde.” Gerade von den öffentlich-rechtlichen TV-Stationen erwartet der Nichtraucher-Schützer, dass das Rauchen nicht verharmlost wird. “Ich möchte nicht als Gebührenzahler eine so gefährliche Verhaltensweise unterstützen”, sagt Krause.

In den USA begrüßt indes auch Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger die Anti-Raucher-Kampagne der Filmstudios. “Diese neue Waffe mit den DVDs kommt zum perfekten Zeitpunkt”, so Schwarzenegger. Die Nichtraucher-Bewegung komme einen weiteren Riesenschritt voran und die Filmstudios würden dabei helfen, noch mehr Menschen zu erreichen. Obwohl sich der Gouverneur aktiv an der Anti-Raucherfront bewegt, ist er auch bekannt dafür, gerne Zigarren zu konsumieren. Zum Thema “Rauchen in Filmen” pflegt Schwarzenegger daher eine eher moderate Linie. “Ich denke nicht, dass man den Zigarettenkonsum komplett aus Filmen verbannen sollte. Ich denke, wir sollten die Menschen und unsere Kinder regelmäßig an die Gefahren des Rauchens erinnern.”


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Juli 15, 2008 Verfasst von newscologne | Kultur, Medien | | Keine Kommentare

Sport verlangsamt das Fortschreiten von Alzheimer

Kansas City (pte) - Körperliche Fitness kann das Fortschreiten von Alzheimer aufhalten. Wissenschaftler der University of Kansas School of Medicine untersuchten 121 Menschen im Alter von über 60 Jahren. Rund die Hälfte von ihnen litt an einem frühen Stadium der Krankheit. Die körperlich weniger fitten Alzheimer-Patienten wiesen allerdings vier Mal so viele Anzeichen einer Gehirnschrumpfung auf. Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Neurology veröffentlicht. Der Alzheimer’s Research Trust wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass andere Studien bereits nachgewiesen haben, dass Sport das Demenz-Risiko verringert.

Das Team um Jeffrey Burns untersuchte nach eigenen Angaben erstmals, ob sportliche Betätigung das Fortschreiten von Alzheimer beeinflussen kann. Die freiwilligen Teilnehmer unterzogen sich einem Test auf dem Laufband um ihre körperliche Fitness festzustellen. Ihre Gehirne wurden auf Anzeichen von Schrumpfung hin gescannt. Diese Scans sind eine der Möglichkeiten, die Schwere der Erkrankung festzustellen. Bei gesunden Teilnehmern gab es keinen Zusammenhang zwischen der Größe des Gehirns und dem Sport. Den deutlichen Unterschied bei den Alzheimer-Patienten wertet Burns als Hinweis darauf, dass Sport helfen könnte. “Menschen in frühen Stadien der Erkrankung könnten ihre Gehirnfunktionen durch regelmäßigen Sport länger erhalten und potenziell auch die Mengen des verlorenen Gehirnvolumens verringern.” Es lägen Beweise dafür vor, dass ein abnehmendes Gehirnvolumen mit einer schlechteren kognitiven Performance zusammenhängt. Das bedeute, dass der Erhalt von mehr Gehirnvolumen auch die Performance verbessern sollte.

Allein in Großbritannien leiden rund 700.000 Menschen an Demenz. Diese Zahl soll laut BBC in den nächsten zwei Jahrzehnten stark ansteigen. Auslöser dafür ist, dass der Anteil an älteren Menschen in der Gesellschaft ständig zunimmt. Andere Studien, die den Zusammenhang zwischen Demenz und sportlicher Betätigung untersuchten, konzentrierten sich eher darauf, ob Sport das Risiko des Entstehens der Krankheit selbst verringern kann.


Sport Scheck - Alles für Sport und Freizeit

Juli 15, 2008 Verfasst von newscologne | Kultur, Medizin | | Keine Kommentare

Neue US-TV-Show setzt Modetrends

London (pte) - Die US-amerikanische TV-Show “Gossip Girl” setzt mit geschicktem Product Placement Modetrends unter Jugendlichen. Konservative Oberschicht-Mode wie Schottenröcke, Blazer, elegante Kostüme und Perlenketten werden bei jungen Leuten dadurch beliebt. In der TV-Serie ist dieser Stil reichlich vertreten, da sich die Geschichten um eine Gruppe reicher Privatschüler aus der New Yorker Upper Eastside drehen. Mit dem Start der Serie in Großbritannien wird der Trend auch nach Europa überschwappen, erwartet der britische Modeexperte Charlie Porter. “Was Mode betrifft, hat ‘Gossip Girl’ eindeutig etwas ins Rollen gebracht”, sagt er gegenüber dem Observer.

Ähnlich wie bei “Sex and the City” spielen auch bei dieser Sendung teure Designermarken eine wichtige Rolle. Doch “Gossip Girl” stellt die Marken noch stärker in den Vordergrund und macht dadurch sehr offensichtliches und direktes Product Placement. Kaum eine Folge vergeht, in denen die Protagonistinnen nicht in den teuersten New Yorker Boutiquen einkaufen oder darüber diskutieren, welche Designer-Kleidung sie auf der nächsten Party tragen. Modehäuser wie Prada oder Ralph Lauren bekommen dadurch billige Publicity, die sich bald weltweit verbreiten wird, meinen Beobachter. Die Stylisten der Serie beeinflussen mit ihrer Modeauswahl jedoch auch, was auf den Laufstegen zu sehen ist. Schottenröcke und Tweed waren in der letzten Saison beispielsweise bei Dolce und Gabbana oder Alexander McQueen zu sehen. Der Uptown-Privatschul-Look mit Haarbändern und -reifen hat auch die Kollektionen von Prada oder Balenciaga beeinflusst.

Obwohl die Serie im Fernsehen niedrige Einschaltquoten hat, ist sie im Internet ein Hit und in den USA die meistdiskutierte TV-Show der letzten Saison. Magazine wie Cosmopolitan und Vanity Fair haben “Gossip Girl” bereits ein Cover gewidmet. Chris Hemblade vom Magazin Elle zweifelt jedoch an der langanhaltenden Trendwirkung der darin portraitierten New Yorker Oberschicht. “Der langfristige kulturelle Einfluss ist fraglich, da sich heutzutage alles so schnell weiterentwickelt.”, meint Hemblade. Film und Fernsehen haben in ihrer Geschichte jedenfalls schon viele Trends gesetzt. James Dean war mit seinem Look aus “… denn sie wissen nicht, was sie tun” genauso Trendsetter wie Uma Thurman in “Pulp Fiction”.


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Juli 14, 2008 Verfasst von newscologne | Kultur, Medien | | Keine Kommentare

Kindererziehungszeiten gelten auch für Pflegeeltern

Nürnberg (D-AH) - Nicht nur die leibliche Mutter eines Kindes, sondern auch eine Pflegemutter hat bei der Festlegung ihrer Rente Anspruch auf Anrechnung von Erziehungszeiten. Selbst wenn es sich dabei um die Betreiberin eines sogenannten Pflegenestes handelt, in dem Kinder und Jugendliche in Vollzeitpflege aufgenommen werden und wofür Pflegegeld vom Jugendamt gezahlt wird. Das hat jetzt das Sozialgericht Lüneburg entschieden (Az. S 14 R 394/05).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, betrieben eine Frau und ihr Mann eine erweiterte Pflegefamilie, die neben den eigenen Zöglingen immer wieder fremde Kinder und Jugendliche in Vollzeitpflege bis zu deren Erwachsenwerden aufnahm. Mit Erreichung des Rentenalters beantragte die Frau die Anerkennung von Kindererziehungszeiten für alle über die Jahrzehnte in ihren Haushalt aufgenommenen Pflegekinder. Zwar bekam sie die für ihre leiblichen Kinder zugebiligt, doch für die Pflegekinder wurde das abgelehnt. Bei denen habe es sich um eine berufsmäßige Kinderbetreuung gehandelt, denn ein anzuerkennendes Pflegekindschaftsverhältnis läge nur dann vor, wenn das Kind mit Wissen und Wollen der Beteiligten aus der Obhut und Fürsorge der leiblichen Eltern bzw. des Jugendamtes ausscheide und in die Fürsorge der Pflegeeltern übertrete. Bei dem häufigen Wechsel und der Vielzahl der gleichzeitig in den Haushalt aufgenommenen Kinder könne von einer auf längere Dauer angelegten familienähnllichen Beziehung keine Rede sein.

Dem widersprachen die Richter. “Die Entgeltlichkeit oder der Erwerbszweck stehen der Begründung eines Pflegekindschaftsverhältnisses nämlich grundsätzlich nicht entgegen”, erklärt Rechtsanwältin Alexandra Wimmer (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1867800-0 für 1,99 Euro pro Minute). Entscheidend ist das Fehlen des familiären Bandes zu den leiblichen Eltern. Und bei den umstrittenen Pflegeverhältnissen ging es offensichtlich nicht um die Übergangszeit bis zu einer anderweitigen Unterbringung, sondern um die Integration in eine dauerhafte Ersatzfamilie. “Für die Anerkennung als Kindererziehungszeit ist dann ausreichend, dass es sich dabei um einen für die körperliche und geistige Entwicklung der jeweiligen Pflegekinder erheblichen Zeitraum handelte”, betont die Anwältin.


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Juli 14, 2008 Verfasst von newscologne | Kultur, Politik | | Keine Kommentare