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G DATA: Storm-Botnetz lässt die Muskeln spielen

Bochum – Das Storm-Botnetz ist zurzeit aktiver denn je und stellt seine Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis. Gerade in den letzten Wochen zeigten die Täter wieder einmal ein besonderes Gespür für Schlagzeilen und verkündeten kurzerhand den Dritte Weltkrieg, den Tod der New York Yankees und einen terroristischen Anschlag auf US-Präsident Bush. Die reißerischen „Breaking News“ sollen potentielle Opfer auf gekaperte und präparierte Webserver locken. Nach erfolgreicher Malware-Infektion erfolgen die Übernahme des PCs, der Diebstahl der persönlichen Daten und die Einbindung in das Storm-Botnetz.

In den kommenden Wochen und Monaten erwarten die Experten des G DATA Security Labs im Dunstkreis der Olympischen Spiele in Peking eine zusätzlich Verschärfung des Gefahrenpotentials. Online-Kriminelle jeglicher Couleur und somit sicherlich auch die Storm-Bande werden ihrerseits versuchen, als Trittbrettfahrer vom medialen Hype dieses Mega-Events zu profitieren.

Erfolgsrezept Breaking News

Die Masche der Storm-Bande ist einfach und zugleich äußerst effektiv: Millionenfach versenden die Täter E-Mails mit vermeintlichen Top-Nachrichten aus den Bereichen Showbiz, Politik, Mega-Events oder Katastrophen-News. Als „Mind Opener“ konzipiert, werden diese Top-News eingesetzt, um neugierigen Empfänger auf gekaperte Webseiten zu locken. Dort lauert dann gefährlicher Schadcode, der sich per Drive-by-Download unbemerkt vom Anwender auf den PC installiert. Ein weiterer Trick sind infizierte Download-Dateien - oftmals in angeblichen Video-Codecs versteckt, die für die korrekte Darstellung der angebotenen Videos erforderlich sein sollen.

Gelingt die Infektion, wird oftmals weiterer Schadcode nachgeladen, der alle persönliche Daten an die Täter übermittelt - wie beispielsweise Zugangsdaten und Passwörter für Online-Banking oder Kreditkarteninformationen. Der letzte Schritt in dieser Wertschöpfungskette ist dann die Einbindung des infizierten Rechners in das Storm-Botnetz. Die so vernetzen Zombie-PCs werden von den Tätern gewinnbringend als Spam-Schleudern oder für DDoS-Attacken vermietet.

Funktionsweise des Storm-Botnetzes

Die Professionalität der Online-Kriminellen zeigt sich nicht zuletzt auch in dem ausgeklügelten Aufteilungs-System der gekaperten PCs. Die Sturmwurm-Gang hat die Botnetze so aufgeteilt, dass Rechner hinter einem Router nur Spam versenden, wohingegen Rechner ohne Router für das Hosten von Spam- und Phishingseiten genutzt werden. Die Auflösung eines Domainnamens verweist zudem ständig auf andere Botnetzrechner (Fast Flux). Auf diese Weise ist es deutlich schwieriger, die schädlichen Webseiten vom Netz zu nehmen.

Olympiade – Doping für Online-Kriminelle

Die Olympiade in Peking könnte sich für Online-Kriminelle als besonders lohnenswerter Mega-Event erweisen. Nach Einschätzung des G DATA Security Labs ist von einem verstärkten Aufkommen gezielten Oympia-Spams und Phishing-Mails kurz vor und auch während der Spiele auszugehen. Mögliche Themen: Angebliche Doping-Fälle, vermeintliche Enthüllungs-Videos oder Angebote von Karten-Kontingenten. Erste Fälle von „Breaking News-Spam“ mit Olympia-Bezug und Links auf infizierte Webseiten sind bereits aufgetreten.

Storm-Spam: Schlagzeilen der letzen 10 Tage

  • Bejing Olympics cancelled, moved to Atlanta
  • Obama trouser fly slip
  • Heath Ledger awarded posthumous oscar
  • Yankee Stadium demolished
  • Beckham caught in nightcam
  • Elton John dies in rocket ship
  • Earthquake in California destroys Schwarzenegger house
  • Ninja attack in New York Times Square
  • Super tornado forming around the region
  • Michael Jordan caught with fraud
  • Three weeks of thunderstorm coming
  • Angelina Jolie dies in miscarriage
  • James Brown dies of heart attack
  • Afghan bombing kills President Bush
  • North korea nuclear fallout
  • New york yankees team killed in bus crash
  • Super earthquake detected
  • Google and Yahoo merger derails Microsoft plans
  • Obama caught with pants down

Hintergrundinformation zum Storm-Botnetz

Im Januar 2007 zog der Sturm Kyrill über weite Teile Europas und richtete enorme Schäden an. Kaum war der Wind abgeflaut, kursierten E-Mails, die im Anhang readmore.exe weitere Informationen über die Folgen des Sturms versprachen. So bekam der Sturmwurm seinen Namen (ungeachtet der Tatsache, dass es sich nicht um einen Wurm, sondern ein Trojanisches Pferd handelt und von der gleichen Gruppe schon Ende Dezember 2006 E-Mails mit Festtags- und Neujahrsglückwünschen verbreitet wurden).

Ziel der E-Mails ist es nach wie vor, die infizierten Rechner in ein Botnetz zu integrieren, das zum Versenden von Spam und für verteilte Überlastangriffe (DDoS) genutzt wird. In den folgenden Monaten gab es weitere Wellen mit Falschmeldungen („Saddam Hussein alive!“ oder „Fidel Castro dead“) und Virenwarnungen. Auch diese Mails enthielten den Schadcode als Dateianhang.

Im Juni 2007 fand dann ein Wechsel der Taktik statt: E-Cards und Glückwunschkarten lockten Nutzer auf Webseiten, wo zum Betrachten der Karte eine (schädliche) Datei installiert werden muss. Zusätzlich wird im Hintergrund versucht, Sicherheitslücken der Browser bzw. von Browserkomponenten zu nutzen. Die Infektion erfolgt dann während des Betrachtens der Grußkarte. Weitere Maschen waren der Download von Codecs zum Betrachten von Videos oder Software zur sicheren Datenübertragung oder zum Schutz der Privatsphäre. Auch das Anwerben von Betatestern wurde als Masche genutzt.

Im September vergangenen Jahres wurden wieder aktuelle Ereignisse zum Anlass genommen, um Opfer auf schädliche Webseiten zu locken. Zunächst begann es mit dem „Labor Day“, gefolgt vom Start der neuen Football-Saison der NFL. Hier wurden die gefährlichen Downloads als „Free NFL Game tracker“ angepriesen. Weitere Maschen bezogen sich auf Online-Spiele, „Krackin“-Software, Haloween und wieder Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche. Im Herbst war es eine Weile ruhig um das Sturm-Botnetz. Offenbar haben die Täter ihre Aktivitäten von St. Petersburg nach China und in die Türkei verlegt, um nun umso vehementer zu agieren.


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Juli 19, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, IT | | Keine Kommentare

Hightech im Haus macht sich bezahlt

Berlin/Brusendorf (www.ne-na.de) - Wer es in den eigenen vier Wänden gemütlich warm haben will, muss ordentlich ins Portemonnaie greifen. Die Heizkostenbelastung der deutschen Haushalte hat sich in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt fast verdoppelt. „Wer nicht saniert, verheizt sein Geld“, sagt daher Felicitas Krause, Energieexpertin bei der Deutschen Energie-Agentur (dena). Besserung ist nicht in Sicht, denn langfristig werden die Preise weiter anziehen. Doch man ist diesem Schicksal nicht hilflos ausgeliefert. Wer einem alten, unsanierten Eigenheim moderne Heizungstechnik, dichte Fenster und eine gute Dämmung spendiert, kann seinen Energieverbrauch nach Angabe der dena-Expertin um im Schnitt 80 Prozent senken.

Das international tätige Unternehmen S&L Kühldecken und Heizsysteme hat gemeinsam mit dem Berliner Systemhaus TPN eine Lösung für ein effizientes Ressourcenmanagement entwickelt, die mit Hilfe der Telekommunikationsanlage Ascotel Intelligate des Telekommunikationsunternehmen Aastra eine Steuerung von überall in der Welt möglich macht. Bei einem Preis, der ungefähr dem einer regulären Elektroinstallation entspricht, kann eine Computer gestützte Steuerung von Heizung und weiterer Haustechnik Energie und Ressourcen im wesentlichen Umfang einsparen. Zugleich reduziert sie die Auswirkungen elektromagnetischer Felder und verringert so den Elektrosmog im Haus.

Möglich ist beispielsweise, die Temperatur individuell raum- und bedarfsgerecht zu steuern. Tages- und Jahreszeiten, An- und Abwesenheit von Personen können automatisch berücksichtigt werden. Ebenso ist es möglich, den Wetterbericht online abzufragen und das Heizverhalten über diese Daten zu beeinflussen. Auch der Fernzugriff über ein Internetformular oder das Telefon ist möglich. S&L hat gemeinsam mit dem Berliner Systemhaus TPN eine Reihe solcher Steuerungen mit Telefonanlagen von Aastra verwirklicht. Hierbei wählt der Nutzer eine zugeteilte Rufnummer und drückt eine festgelegte Taste. Im Display bestätigt das Telefon, dass die Heizung ein- oder ausgeschaltet ist.

Die Fakten sprechen aus Sicht von Experten für sich: Energieeinsparungen von bis zu 75 Prozent, geringe Heizwassertemperaturen von 25 bis 30 Grad, korrosionsfeste Installation, die von Ablagerung frei bleibt und die vier- bis fünffache Lebensdauer einer konventionellen Heizungs-Installation hat. Die Montage ist schnell und einfach. Man benötigt außerdem nur ein einziges System, um im Winter zu heizen und im Sommer kühlen zu können.

Am 17.08. 2008 informierte sich Brandenburgs Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) vor Ort von dem Modell und zeigte sich von der Einfachheit der Steuerung überzeugt. Angesichts rasant steigender Energiekosten müssten solche Lösungen in der Öffentlichkeit viel bekannter sein, forderte die studierte Naturwissenschaftlerin. Jeder Bauherr, Architekt oder Planer müsse diese Möglichkeiten der langfristigen Energie- und damit Kosteneinsparung kennen. Mit Blick auf die Zukunft und die bereits bestehende ausländische Nachfrage sei es wichtig, so Prof. Dr. Wanka, das jetzige System mit wissenschaftlichen Untersuchungen zu flankieren und weiter zu entwickeln. Auch die Integration von Fernsteuerung und Kontrollfunktionen über Internet und Telefon ist interessant. Erste Installationen liegen bereits mit Telefonanlagen von Aastra vor. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Investitionen in klimafreundliche und energieeffiziente Lösungen. Durch eine solche Maßnahme sichert man den bleibenden Wert einer Immobilie, egal, ob es sich um Neubauten oder Sanierungen an älterem Baubestand handelt. Die Kosten amortisieren sich innerhalb von fünf bis sieben Jahren. Hightech im Haus macht sich also langfristig bezahlt“, bestätigte Andreas Latzel, Deutschland-Chef von Aastra DeTeWe.


Direkt-Baufinanzierung der ING-DiBa

Juli 19, 2008 Verfasst von newscologne | Bauen, Forschung | | Keine Kommentare

Mehr Speicherdichte sichert Festplatten die Zukunft

Chemnitz (pte) - Magnetische Festplatten (HDDs) mit höherer Speicherdichte, die mehr Daten auf kleinem Raum speichern können, sind das Ziel des EU-Projekts TERAMAGSTOR (Terabit Magnetic Storage Technologies). Damit soll dem Speicherbedarf in der zunehmend digitalen Welt entsprochen werden, der beispielsweise durch E-Books und immer mehr digitale Musik und Filme ständig wächst. “Die HDD kann mit anderen Ansätzen noch nicht übertroffen werden”, betont Manfred Albrecht, an TERAMAGSTOR beteiligter Physikprofessor der Technischen Universität Chemnitz, gegenüber pressetext. Durch die Weiterentwicklung könnte ihr Platz neben Solid-State-Disks (SSDs) und anderen Ansätzen langfristig gesichert werden.

Ein Vorteil der HDDs ist die hohe Kapazität. Seagate hat jüngst ein Modell mit 1,5 Terabyte und somit deutlich jenseits der Speichervolumina von SSDs vorgestellt. Die Kapazität von HDDs kann bei gleich bleibender Größe noch drastisch gesteigert werden. “Entscheidend ist dafür die Speicherdichte”, erklärt Albrecht. Das EU-Projekt strebt an, ein Speichermedium zu entwickeln, das wenigstens ein Terabit pro Quadratzoll fasst. Im Vergleich dazu hat die Anfang dieser Woche vorgestellte HDD-Serie MK4058GSX der Toshiba Storage Device Division eine Dichte von 308 Gigabit pro Quadratzoll. Was aktuell einen Spitzenwert auf dem Markt darstellt, ist weniger als ein Drittel des Projektziels. Erreichen wollen die TERAMAGSTOR-Forscher die hohe Dichte mit einem Nanostrukturansatz, bei dem Datenbits auf einzelne Nanokörner gespeichert werden. “Für ein Terabit pro Quadratzoll ist eine Strukturperiode von 25 Nanometern erforderlich”, so Albrecht. Mit noch kleineren Strukturen wäre ein rapider Anstieg der Speicherdichte erzielbar, beispielsweise auf 7,6 Terabit pro Quadratzoll bei zehn Nanometern Strukturperiode.

Auch in anderen Bereichen ortet Albrecht Vorteile für HDDs. Beispielsweise seien die erreichbaren Geschwindigkeiten sehr gut und eine Langzeitstabilität im Bereich von zehn Jahren für diese Technologie erwiesen. Auch verweist er auf den gerade im Vergleich zu SSDs geringen Preis - ein Faktor, der auch für die verbesserten Festplatten bedeutend wäre. “Die Herstellungskosten gering zu halten, wird sehr wichtig”, betont daher Albrecht. Geeignete, ökonomisch taugliche Herstellungsverfahren für hochdichte HDDs zu entwickeln, ist daher ein Aspekt des EU-Projekts.

Das Projekt TERAMAGSTOR ist auf 36 Monate anberaumt und wird von der EU mit knapp 3,5 Mio. Euro gefördert. Projektkoordinator ist das griechische National Center of Scientific Research. Zu den insgesamt neun Partnern aus sechs Ländern zählen Forschungseinrichtungen wie die Technische Universität Wien ebenso wie Unternehmen wie die Dresdener FHR Anlagenbau und der Liechtensteiner Beschichtungsanbieter Oerlikon Balzers.


Conrad Electronic

Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, IT | | Keine Kommentare

Weiße LED-Lampen 2010 für Endkunden leistbar

West Lafayette/München (pte) - Wissenschaftler der Purdue Universität im US-Bundesstaat Indiana haben eine Methode entwickelt, mit der weiße LEDs künftig deutlich günstiger hergestellt werden können. Dazu verändern sie den Herstellungsprozess der Dioden und erreichen somit eine deutliche Produktionskostenreduktion. Die Forscher rund um Timothy Sands gehen davon aus, dass mit ihrer Entwicklung leistbare LED-Lampen innerhalb von zwei Jahren auf dem Endkundenmarkt verfügbar sein werden. “Die LED-Technologie hat das Potenzial, die derzeit verwendeten Glühbirnen zu ersetzen. Das hat enorme Auswirkungen auf den Energieverbrauch für Beleuchtung”, meint Sands.

Während sich die Preise für farbige LEDs mittlerweile in erschwinglichen Bereichen bewegen, sind jene Dioden, die weißes Licht abgeben, noch relativ teuer. Der Grund dafür liegt in der Saphierschicht, auf der sie hergestellt werden. Die Saphiertechnologie ist etwa 20 Mal teurer als die Methoden zur Herstellung konventioneller Lichtquellen. Damit ist auch der Massenmarkt noch weit entfernt, stellen die Forscher fest. Die Saphierschicht dient schließlich auch als Reflektor der LEDs.

Sands und seine Kollegen entwickelten nun eine andere Technik, die auf Saphier verzichtet. Dazu stellen sie die Dioden auf einem Metall-überzogenen Silizium-Wafer her. Für den Reflektor verwendeten sie Zirconium-Nitrid. Da dieser Stoff jedoch mit Silizium reagiert, mussten sie eine Isolator-Schicht aus Aluminium-Nitrid einziehen. “Die Unterbindung der Reaktion dieser beiden Stoffe war eine der größten Herausforderungen in unserer Arbeit”, erläutert Sands. Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass ihr Ansatz nun der Industrie zu einem weiten Sprung nach vorne verhelfen wird.

“Wir gehen davon aus, dass 2020 ein Drittel der Lampen für die Allgemeinbeleuchtung durch LED ersetzt sein wird”, meint Lars Stühlen, Sprecher des Leuchtmittelherstellers Osram, im Gespräch mit pressetext. Osram bietet mit den Parathom-Lampen bereits LED-Leuchtmittel in Glühbirnenform für Standardfassungen an. Diese sind derzeit jedoch nur mit farbigen LEDs erhältlich und kosten rund zehn Euro. “Die LED-Lampen eignen sich aktuell vorwiegend für Dekorationszwecke oder Spezialanwendungen”, sagt Stühlen. In Kürze will Osram jedoch auch weiße LED-Lampen in kalt- sowie warmweiß auf den Markt bringen. Über Preise konnte der Osram-Sprecher noch keine Auskunft geben.

LED-Lampen sollen einerseits die herkömmlichen Glühbirnen, aber auch die heute durchwegs bereits verwendeten Energiesparlampen ablösen. LEDs bestechen vor allem durch ihre Energieeffizienz. Während Glühbirnen nur zehn Prozent der zugeführten Energie in Licht umsetzen und der Rest als Wärme verpufft, liegt die Effizienz der LEDs bei bis zu 65 Prozent. Osrams Parathom-Lampen benötigen abhängig von der Farbe eine Leistung von 0,5 bis 1,0 Watt. Deutlich verlängert wird auch die Lebensdauer, die bei der LED-Lampe bei 25.000 Stunden liegt.


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Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, Innovationen | | Keine Kommentare

Diabetesforschung will Amputationsrate verringern

Bristol/Leipzig (pte) - Britische Forscher haben ein Protein lokalisiert, das dafür verantwortlich gemacht wird, dass es bei Diabetes-Patienten zu Gliedmaßenamputationen kommen muss. Die Forscher der Uni Bristol fanden heraus, dass dies der Protein-Rezeptor p75NTR sei. “Gerade bei Diabetes kann es sehr schnell dazu kommen, dass selbst kleinste Verletzungen dazu führen, dass wir amputieren müssen”, sagte Michael Stumvoll, Experte für Diabetes an der Universität Leipzig, auf pressetext-Nachfrage.

Alleine in Großbritannien werden wöchentlich 100 diabetesbedingte Amputationen durchgeführt. Dabei handle es sich vor allem um Beine und Füße. “Diabetes führt zu Verschlüssen kleinster Gefäße und bei Diabetes Typ II auch zu Verschlüssen größerer. Dadurch werden Gliedmaßen nicht mehr durchblutet”, erläutert Stumvoll. Aus physikalischen Gründen seien gerade die unteren Extremitäten davon betroffen.

Die britischen Forscher fanden heraus, dass der Protein-Rezeptor p75NTR wohl dazu beiträgt, dass dieser Prozess weiter verstärkt wird. Im Zuge der Wundheilung werden normalerweise Blutgefäße produziert, die schnellstmöglich die Wunde wieder verschließen. Laut der Studie verhindert p75NTR aber genau diesen Vorgang. “Natürlicherweise findet sich dieser Rezeptor nicht in den Blutgefäßen produzierenden Zellen, doch bei Diabetespatienten schon”, erläutern die Wissenschaftler. Im Mausversuch haben sie nachgewiesen, dass ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von p75NTR und dem Absterben von Gliedmaßen besteht. “Der Rezeptor scheint die Zellen zu entmutigen neue Blutgefäße zu produzieren”, erklären sie weiter.

“Das Problem bei Diabetikern ist, dass sie oftmals gar nicht mitbekommen, dass sie eine Wunde haben”, sagt Stumvoll. Denn neben einem Verschluss der Gefäße kommt es zudem zu einer Nervenerkrankung, wodurch die Patienten kein Gefühl mehr in Fuß oder Bein haben. “Dann reicht schon ein nicht bemerktes Taschentuch im Schuh aus, dass sich eine Blase unterm Fuß bildet und diese kann sich bei Nichtbehandlung entzünden”, so Stummvoll. Dies sei oftmals der Anfangspunkt für eine spätere Amputation. Um dieser entgegenzuwirken, werden die Betroffenen mit Antibiotika beziehungsweise mit speziell geformten Schuhen behandelt. “Die verletzte Stelle muss quasi schweben und es darf kein Druck auf sie aufgeübt werden. Dann heilt es auch wieder gut ab”, fährt Stumvoll fort. Kritisch werde es jedoch, wenn die Verletzung den Knochen erreicht. Dann komme man oftmals an einer Amputation des Fußes oder des Unterschenkels nicht mehr vorbei.

Noch könne nicht von einem Durchbruch in der Diabetesbehandlung gesprochen werden, sagt Iain Frame, von der charity Diabetes UK: “Erst müssen die Ergebnisse der Tierversuche beim Menschen bestätigt werden.” Die Bristoler-Forscher hoffen jedoch in Zukunft, das Protein gezielt ersetzen zu können und so die Amputationsrate zu senken.


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Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung | | Keine Kommentare

Internet als Datenquelle für Erdbebenforscher

Arpajon Cedex, Frankreich (pte) - Erdbebenforscher des European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) haben eine neue Methode gefunden, um Beben örtlich und zeitlich einzugrenzen. Sie greifen dafür auf das Internet als Datenquelle zurück. Eine spezielle Software, die sie in die Homepage des Erdbeben-Zentrums integriert haben, liefert ihnen die benötigten Informationen, berichtet der NewScientist. Die Technik soll vor allem helfen, jene Beben besser zu dokumentieren, die zwar schwach sind, dennoch der Bevölkerung Grund zur Sorge geben.

Die Idee hinter der Methode ist äußerst simpel. Die EMSC-Wissenschaftler setzten darauf, dass Internet-User, die sich in einer Region befinden, in der gerade ein Erdbeben stattgefunden hat, auf die Homepage des EMSC zugreifen. Dort holen sich diese Personen weitere Informationen zu dem eben erlebten Erdbeben. Die Webseite des seismologischen Instituts liefert weitere Daten zur örtlichen Lage der Beben sowie zu deren Magnitude oder der Tiefe, von der die Eruption ausging. Die verwendete Software zeichnet nun die IP-Adressen der Website-Besucher auf. Aus diesen lässt sich die geografische Lage der Internetanschlüsse bestimmen und damit auch auf das Erdbeben selbst schließen.

Informationen beziehen die Wissenschaftler jedoch nicht nur von den Usern, die auf die EMSC-Seite zugreifen, sondern auch von jenen, die dies nicht tun. Aufgrund der geografischen Zuordenbarkeit der IP-Adressen registriert die Software auch jene Regionen, von denen kein User auf die EMSC-Seite zugegriffen hat. Das lässt die Experten auf Beschädigungen der Infrastruktur durch das Erdbeben schließen. Mit traditionellem seismologischen Equipment ist dies nicht möglich. Die Technik wurde bereits erfolgreich bei der Lokalisierung eines Erdbebens auf den Azoren im Februar des vergangenen Jahres eingesetzt. Innerhalb von 15 Minuten konnten die Forscher anhand der IP-Daten das Erdbeben geografisch bestimmen.


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Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, Umwelt | | Keine Kommentare

Acrylamidkonzentration in Kartoffelchips gestiegen

Berlin (pte) - Die Belastung von Kartoffelchips mit Acrylamid hat im zurückliegenden Jahr zugenommen. Zu diesem Ergebnis kommt foodwatch in seinem diesjährigen Test. Insgesamt haben die Verbraucherschützer 13 Chipsorten, darunter drei Bio-Marken, untersucht. “Bei sechs von ihnen lagen die Werte über dem Vorjahresniveau, nur bei vier wurde die Acrylamidkonzentration gesenkt”, sagt Henrik Düker von der foodwatch Pressestelle gegenüber pressetext.

Acrylamid war 2002 in Schlagzeilen geraten, als schwedische Wissenschaftler im Tierversuch seine krebserregende Wirkung nachgewiesen haben. Bis heute gibt es jedoch keine umfassenden Studien, ob und wie stark Acrylamid auch beim Menschen das Erbgut verändert beziehungsweise zu Krebs führt. Dennoch hat es die Deutsche Forschungsgesellschaft in die Kategorie der krebserzeugenden Stoffe aufgenommen und das Bundesinstitut für Risikobewertung spricht von einem ernstzunehmenden gesundheitlichen Risiko.

Testsieger im Chipstest 2008 wurden die Stapelchips “Rusti Chips Paprika” des Discounters Lidl. Sie enthalten 89 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Die Bio-Chips vom Testverlierer Alströmer “Organic Paprika” wiesen hingegen einen Wert von 1.000 Mikrogramm auf. “Ungeachtet der diesjährigen Ergebnisse ist erfreulich zu beobachten, dass einige Unternehmen ihrer Verantwortung gegenüber den Verbrauchern gerecht werden und bemüht sind, ihre Produkte acrylamidfreier zu machen”, so Düker weiter. So habe “Pringles Paprika”-Chips von Procter & Gamble einen 70-prozentig niedrigeren Wert als noch vor Jahresfrist aufgewiesen. Seit den ersten Tests im Jahr 2003 hat sich bei einzelnen Produkten die Acrylamidbelastung um 95 Prozent reduziert. Wie viel Acrylamid konsumiert werden kann, ohne dass Spätfolgen auftreten, wird noch immer diskutiert.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät nicht mehr als ein Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht am Tag zu sich zu nehmen. Für ein 20 Kilogramm schweres Kind würde dies nach Berechnungen von foodwatch bedeuten, dass es vom Testverlierer “Alströmer Organic Paprika” nur 20 Gramm, also etwa 13 einzelne Chips, und keine weiteren acrylamidhaltigen Produkte am Tag verzehren darf. “Das Problem ist nämlich, dass nicht nur in Kartoffelchips sondern auch in Toast, Bratkartoffeln oder Pommes Acrylamid enthalten ist”, erläutert Düker. Denn dieses entsteht beim Frittieren, Backen oder Braten sämtlicher stärkehaltiger Produkte.

Für einen besseren Schutz der Verbraucher fordert foodwatch von der Bundesregierung eine Kennzeichnung der Acrylamidbelastung am Produkt vorzuschreiben. Als Beispiel für eine derartige Kennzeichnung schlug foodwatch eine Anlehnung an die Energieeffizienzmarkierung an Kühlkränken vor. “Der Bürger soll auf den ersten Blick erkennen, welche Produkte hoch und welche wenig belastet sind”, so Düker.


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Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, Innovationen | | Keine Kommentare

Deutsche Autofahrer sind Umweltmuffel

Berlin (pte) - Deutsche Autofahrer sind Umweltmuffel. Das ist das Ergebnis einer von LeasePlan Deutschland in Auftrag gegebenen Studie. So finden die Deutschen die Nutzung alternativer Verkehrsmittel theoretisch sinnvoll, auf das eigenen Auto will jedoch kaum jemand verzichten. Hingegen nehmen die Autofahrer die Automobilindustrie in die Pflicht, wenn es um den Umweltschutz geht. Diese soll durch eine technische Optimierung der Fahrzeuge die Kohlendioxidemission reduzieren. Staatlich verordneten Umweltmaßnahmen wie der Einführung der City-Maut stehen die deutschen Autofahrer sehr skeptisch gegenüber. Nicht einmal jeder Zehnte befürwortet diese zur Reduzierung der Umweltbelastung.

Auf die Frage, welchen Beitrag der einzelne Autofahrer tatsächlich bereits für den Umweltschutz leistet, geben über drei Viertel der Befragten an, kurze Strecken zu Fuß zurück zu legen anstatt mit dem Auto zu fahren. Der Umwelt zu Liebe längerfristig auf das Autofahren zu verzichten, will nur eine Minderheit (25,5 Prozent). Die Studie bestätigt klassische Geschlechterklischees: Vor allem Männer verzichten nur ungern auf ihr Auto - 82,3 Prozent nutzen es fast täglich. Frauen sind hingegen eher bereit, ihr Fahrzeug auch einmal stehen zu lassen und alternativ ans Ziel zu gelangen. Während Frauen zu 28,4 Prozent bereit sind auf alternative Verkehrsmittel zurückzugreifen, ist es bei den Männern nicht einmal jeder Dritte.

Die stetig steigenden Spritpreise führen bei den Deutschen allerdings zu einem Umdenken beim Autokauf. Durch ihr Augenmerk auf einen möglichst niedrigen Verbrauch leisten sie damit indirekt einen Beitrag zum Umweltschutz. Vor allem Frauen zeigen sich als besonders sparsam und achten noch gezielter auf Verbrauch und Anschaffungspreis. Männer hingegen beziehen die jeweilige Automarke stärker in ihre Kaufentscheidung ein. Die Umweltverträglichkeit eines Fahrzeuges rangiert erst auf dem vierten Platz (80,4 Prozent Zustimmung) aller Befragten.

Statt auf Eigenverantwortung setzen die Deutschen auf die Innovationskraft der Autoindustrie. Für Neun von Zehn ist diese als erste in der Pflicht, wenn es um Ressourcenschonung geht, gleich gefolgt von der Tourismusbranche. Gefragt nach dem Wissen um die Umweltverträglichkeit ihres hauptsächlich genutzten Fahrzeuges, geben nur rund die Hälfte an, sehr gut bis gut darüber Bescheid zu wissen. Als abschließenden Punkt fand die Studie heraus, dass Frauen bedeutend umweltschonender denken und handeln als Männer.


mobile.de - Der Fahrzeugmarkt im Internet

Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, Verkehr | | Keine Kommentare

Schlangen sind nicht überall gleich giftig

Valencia/Wien (pte) - Ein Forscherteam des Biomedizinischen Instituts der Universität von Valencia hat das Gift von südamerikanischen Lanzenottern in verschiedenen Regionen Costa Ricas untersucht und dabei festgestellt, dass es sich je nach Lebensraum erheblich voneinander unterscheidet. Die chemische Zusammensetzung des Gifts hänge stark vom Ort der Herkunft und vom Alter der Schlange ab. Die Untersuchung macht deutlich, warum es trotz Verabreichung eines Serums nach einem Schlangenbiss zu Todesfällen kommt, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

Das Team um Juan Calvete hatte 26 adulte und mehr als 40 juvenile Lanzenottern der Spezies Bothrops asper in der karibischen und in der pazifischen Region Costa Ricas untersucht. Die beiden Territorien sind durch ein Gebirge seit rund fünf Mio. Jahren räumlich voneinander getrennt. Demnach konnten die Forscher mehr als 27 Proteine im Schlangengift einer Population finden, die jeweils nur bei einer Gruppe vorkamen.

“Dass das Gift von Schlangen derselben Spezies, allerdings verschiedener geografischer Herkunft, sich stark voneinander unterscheidet, ist nichts neues”, meint der Kustos der Herpetologischen Sammlung des Naturhistorischen Museums Wien, Heinz Grillitsch, im pressetext-Interview. Bekannt sei das auch bei mitteleuropäischen Kreuzottern im Vergleich mit Kreuzottern aus Südost-Europa. “Obwohl es sich um dieselbe Spezies handelt, haben sich in dem großen Gebiet verschiedene Rassen bzw. Unterarten entwickelt, die auch verschiedenartig zusammengesetzte Gifte produzieren.” Anders als etwa das Toxin von Pfeilgiftfröschen, das durch die spezifische Nahrung - zumeist Ameisen oder andere Insekten - aufgenommen wird, sei die Giftherstellung bei Schlangen ein äußerst komplexer Vorgang, der nichts mit der Art der Beute zu tun habe. “Wesentlich für die Ausformung der verschiedenartigen Giftzusammensetzung bei den untersuchten Lanzenottern Costa Ricas ist die räumliche Trennung der beiden Populationen, unter der es zu keinem Genaustausch mehr gekommen ist und die sich dadurch auch verschieden entwickelt haben.”

Für die Serologen hat die Entdeckung der spanischen Forscher allerdings bedeutende Auswirkungen: Das Gift der karibischen Lanzenotter-Population wies etwa mehr als 400 Prozent höhere Werte der Serinprotease, um 200 Prozent mehr L-Aminosäure-Oxidase und um 160 Prozent mehr Disintegrin als jenes der pazifischen Gruppe auf. Das sei auch der Grund, warum Bisse der karibischen Schlangen häufiger eine blutgefäßzerstörende Wirkung zeigten. Variationen in der Zusammensetzung des Gifts konnten die Forscher auch bei unterschiedlichem Alter der Schlangen feststellen.

Die Kombination aus hoher abgegebener Giftmenge, hoher Giftigkeit, geringer Fluchtbereitschaft, vergleichsweise hoher Aggressivität, häufigem Aufenthalt in menschlichen Siedlungen und relativ großer Verbreitung macht B. asper in ihrem Areal zur mit Abstand medizinisch relevantesten Schlange. Sie ist innerhalb ihres Vorkommens von Nordost-Mexiko bis Kolumbien und Venezuela für den Großteil der Vergiftungen durch Schlangenbisse und für fast alle Todesfälle verantwortlich. In Costa Rica sind 65 Prozent der Vergiftungen auf Bothrops asper zurückzuführen. In dem mittelamerikanischen Land wurden zwischen 1990 und 2000 jährlich rund 500 Menschen von Giftschlangen gebissen.


Jollydays.de

Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, Umwelt | | Keine Kommentare

Fischfang-Stopp bringt Leben ins Meer

London/Wien (pte) - Fünf Jahre lang ist vor der britischen Insel Lundy im Bristol-Channel jegliche Fischereiaktivität verboten worden. Nun hat ein Forscherteam erstmals festgestellt, wie sich dieses Verbot auf die Unterwasserwelt ausgewirkt hat. Das Ergebnis war für alle Beteiligten mehr als überraschend. Im Schutzgebiet leben sieben Mal so viele Hummer wie in den Regionen, die normal befischt werden. Zudem waren die im Schutzgebiet lebenden Krustentiere um einiges größer, berichtet BBC-Online.

Das Fischereiverbot wurde von Natural England, dem Devon Seas Fisheries Committee - der Administrationsbehörde für Fischfang - in Partnerschaft mit lokalen Fischern vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Damals hatte man beschlossen fast die gesamte Ostküste von Lundy zu einer “No-Take-Zone” zu erklären. Die Idee dahinter war eigentlich eine Erholung der Hummerbestände zu erreichen. “Auffallend war, dass es zu einer Zunahme an besonders großen Tieren gekommen ist”, so der Meeresbiologe Mike Hoskin, der von Natural England als Forschungsleiter berufen wurde. In den vergangenen Jahren sei es zudem zu einer deutlichen Zunahme an kleineren Hummern gekommen - das haben die Untersuchungen an fünf Stellen - davon eine im Fischereisperrgebiet, zwei in der kommerziell genutzten Region der Insel sowie zwei Vergleichsstellen an der Nordküste von Devon und in Süd-Wales - ergeben.

Das Interessante an der Untersuchungsergebnissen - es wurden etwa mit Hummerkörben Tiere gefangen und vermessen - war, dass es in den weiter entfernt gelegenen Regionen keine Veränderung der Bestände gab, während selbst in den kommerziell befischten Plätzen rund um Lundy mehr Jungtiere gezählt wurden. Offensichtlich wanderten diese vom Schutzgebiet weiter. Um die Untersuchungen noch weiter fortzuführen erhielten die gefangenen Tiere vor ihrer Freilassung Markierungen. Nun werden die Fischer gebeten, wenn sie markierte Tiere fangen, anzugeben, wo dies geschehen ist. Damit soll auch untersucht werden, wie weit die Hummer wandern.

Umweltschützer und Fischereiexperten setzen sich nun dafür ein, solche “No Take Zones” auch in anderen Regionen zur Erholung der Bestände zu errichten. Auch der Fischereiexperte Ulf Dieckmann vom Institut für angewandte Systemanalyse in Laxenburg IIASA sieht in der Errichtung solcher “drastischer” Schutzzonen eine gute Möglichkeit zur Erholung der Bestände. “Es ist begrüßenswert, dass weltweit eine steigende Akzeptanz auch der strengsten Form von marinen Schutzzonen zu bemerken ist”, meint der Experte im pressetext-Interview. So wurde etwa eine No-Take-Zone vor der Westküste der USA etabliert. “Das bisher erfolgreichste Projekt bleibt allerdings das Große-Barriere-Riff in Australien.” Die damit gemachten Erfahrungen hätten wesentlich zur Ausdehnung solcher mariner Schutzzonen beigetragen. “Im Vergleich zur Geschichte der Nationalparks an Land, die etwa seit 150 Jahren bestehen, ist die Idee solcher Unterwasserschutzgebiete gerade erst 20 Jahre alt.” In der Regel sind solche Reservate auch relativ einfach zu kontrollieren, argumentiert Dieckmann. “Wenn man es aus wirtschaftlicher oder sozialpolitischer Überzeugung nicht schafft, die industrieartige Fischerei zu stoppen, müssen solche Schritte eingeleitet werden.”


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Juli 18, 2008 Verfasst von newscologne | Forschung, Umwelt | | Keine Kommentare