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Italien schrammt nur knapp an Rezession vorbei

Rom (pte) - Die angeschlagene italienische Wirtschaft konnte im ersten Quartal 2008 eine Rezession nur knapp verhindern. Nach den USA und Großbritannien gilt Italien jedoch als nächster Kandidat für einen gesamtwirtschaftlichen Abschwung. Wirtschaftsexperten zufolge besteht die Gefahr weiterhin, noch im weiteren Jahresverlauf in eine Rezession zu schlittern, wie das Wall Street Journal berichtet. Dies sei in erster Linie auf die fallenden Ausgaben im Privatkonsum zurückzuführen. Angesichts der Müllkrise in Neapel, des Mozzarella-Skandals und des Übernahmegerangels um die Fluglinie Alitalia hat sowohl das internationale Ansehen des Landes als auch die italienische Exportwirtschaft stark gelitten. Darüber hinaus werden die Ausfuhren von der globalen wirtschaftlichen Verlangsamung seit 2007 und der starken Performance des Euro belastet.

Die abnehmende Kaufkraft ist auf sinkende Realeinkommen zurückzuführen. Diese gehen mit hohen Steuerbelastungen einher, die das immense Staatsdefizit mindern sollen. So verweist Italien auf die dritthöchsten Staatsschulden der Welt, denen jährlich rund 70 Mrd. Euro an Zinsen aufaddiert werden. Entsprechend werden die Politik und der wiedergekehrte Ministerpräsident Silvio Berlusconi von der Bevölkerung zum Handeln aufgefordert. Auch vonseiten der EU wird besonders das hausgemachte Müllproblem angeprangert. Ein drohendes Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof würde Sanktionen und Bußgelder in Höhe von über zehn Mio. Euro nach sich ziehen. Binnen zwölf Monaten habe die Regierung Berlusconi einen konkreten Maßnahmenplan vorzulegen, um das Problem bewältigen zu können.

Industrielle Fertigungen, die beinahe ein Drittel der gesamten italienischen Wirtschaftsleistungen ausmachen, sind dem nationalen Statistik-Büro Istat zufolge in den Monaten Februar und März stärker gefallen als erwartet. Wenngleich dies keine unmittelbaren Rezessionsfolgen im Quartal haben muss, so könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu einem späteren Zeitpunkt 2008 schrumpfen und die drittgrößte Wirtschaftsmacht in der Euro-Zone in eine Rezession drücken, sind sich Wirtschaftsexperten einig. Nachdem die Industrieproduktion im Februar um bereinigte 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken war, ließ der Output im März bereits um 2,5 Prozent nach. Damit äußerte sich der Schwund, verglichen mit den ursprünglich prognostizierten 1,3 Prozent, in einem beinahe doppelt so hohen Ausmaß als erwartet. Dies sei auf ein Abrutschen der Hauptwirtschaftssektoren und auf den Einbruch im Privatkonsum zurückzuführen.

Trotz der schwachen Februar- und März-Zahlen konnte ein positives Januar-Ergebnis die Volkswirtschaft vor einer Rezession im ersten Quartal bewahren. Insgesamt stieg die Industrieproduktion in diesem Zeitraum gegenüber dem Vorquartal um magere 0,7 Prozent. Die höchste Inflationsrate seit zehn Jahren im März und nachlassende Arbeitsmarktdaten drücken die Stimmung am italienischen Wirtschaftsstandort zusätzlich. Der Internationale Währungsfonds rechnet nach wie vor mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Dieser Prognose stehen jedoch Rezessions- und Nullwachstumswarnungen wie vonseiten des Arbeitgeberverbands Confindustria gegenüber. Analysten der BNP Paribas rechnen im dritten Quartal mit einem negativen BIP. Schlechterdings würde dies eine Stagnation im Gesamtjahr nach sich ziehen.


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Mai 13, 2008 - Verfasst von newscologne | Politik, Unternehmen | | Keine Kommentare

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