Gleichstellung am Arbeitsmarkt für Frauen bis 2020 möglich
Frankfurt (pte) - Für weibliche Beschäftigte sollen sich bis 2020 die Verhältnisse am deutschen Arbeitsmarkt stark verbessern. Wie eine Analyse der Deutschen Bank Research darlegt, werden Beruf und Familie in Zukunft besser vereinbar sein und mehr Frauen, darunter besonders Mütter, am Arbeitsalltag teilnehmen. Dabei sei eine deutliche Steigerung der Frauenanzahl in Spitzenpositionen absehbar. Ebenso sollen die Gehälter steigen. Aus der Analyse geht hervor, dass die Verbesserung der Situation nicht ausschließlich auf gesetzliche Regelungen zurückzuführen sei. Der Wirtschaftsstandort Deutschland könne nicht länger auf die Frauen als Arbeitskräfte verzichten, weshalb auch eine Annäherung an die Gleichstellung unumgänglich sei.
“Im Arbeitsumfeld werden sich neue Wege ergeben und in Geschlechterfragen ist ein allgemeiner Mentalitätswandel zu beobachten. Dennoch brauchen wir natürlich noch mehr von familienfreundlicher Politik”, erklärt Claire Schaffnit-Chatterjee, Senior Analystin bei der Deutschen Bank Research, im Gespräch mit pressetext. Trotzdem leiste die Wirtschaft selbst den wesentlichen Beitrag zu verbesserten Rahmenbedingungen für berufstätige Frauen. “Zu diesem Zeitpunkt von Gleichstellung zu sprechen wäre noch übertrieben. Die Wirtschaft entwickelt sich aber schon in die Richtung”, meint Schaffnit-Chatterjee. Besonders in Hinblick auf die Spitzenpositionen in Unternehmen sei noch kein Zeitpunkt abzusehen, wann tatsächlich von einer Gleichstellung gesprochen werden kann. “Ich hoffe, dass es irgendwann dazu kommen wird”, betont die Analystin. Skandinavische Länder seien diesbezüglich besser aufgestellt als Deutschland. Hierzulande trage aber nicht zuletzt die Alterung der Bevölkerung ihren Anteil zu einer zunehmenden Nachfrage nach weiblichen Arbeitskräften bei.
Abgesehen davon befindet sich der Bildungsstandard bei Frauen im Steigen und soziale Kompetenzen würden 2020 höher geschrieben als es zur Zeit noch der Fall ist. “Der Fachkräftemangel führt die Unternehmen dazu, flexiblere Modelle bei Arbeitsbedingungen anzubieten. Dadurch erhöht sich die Zahl der Arbeitsplätze und die Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren”, so Schaffnit-Chatterjee im pressetext-Gespräch. Die durch Digitalisierung ermöglichte Telearbeit verschaffe sowohl den Arbeitgebern als auch den Angestellten zusätzlichen Freiraum. “In Zukunft wird sich Deutschland zunehmend auf Projektwirtschaft umstellen. Dadurch ist es auch Müttern möglich, von einem Projekt in ein anderes zu wechseln und bei der Ausübung ihres Berufs flexibel zu bleiben”, heißt es von der Expertin. An einigen der Projekte würde die Mitarbeit auch in Form von Teilzeitbeschäftigung möglich sein und berufliche Pausen zwischen den Projekten seien kein Thema.
Dass Frauen zunehmend in Machtpositionen in Wirtschaft und Politik drängen und diese der Analyse zufolge in Zukunft auch zugesprochen bekommen, müsse den Männern jedoch keine Sorgen bereiten. “Die Arbeitsplätze sind weiterhin vorhanden. Im Gegenteil werden mehr Arbeitskräfte benötigt werden als bisher. Wir bewegen uns endlich in eine Richtung, in der Frauen und Männer am Berufsalltag nebeneinander gleichgestellt teilhaben können”, prognostiziert Schaffnit-Chatterjee. Deutschland habe die Möglichkeit, in der Familienpolitik eine Führungsrolle einzunehmen, heißt es in der Analyse. Noch ist eine gleichgestellte Gesellschaft weit von der Realität entfernt, dieses Ziel sei jedoch erreichbar.