Neues Krisenopfer: Commerzbank halbiert Gewinn
Frankfurt (pte) - Das zweitgrößte deutsche Finanzinstitut, die Commerzbank, hat heute, Mittwoch, einen drastischen Gewinneinbruch im ersten Quartal bekannt gegeben. Der Nettogewinn brach um 54 Prozent auf 280 Mio. Euro ein, was auf die Krise an den globalen Finanzmärkten zurückzuführen sei. Gleichzeitig korrigiert das Institut seine Prognose für das Gesamtjahr nach unten. Dieses soll nun im Zeichen der Risikoreduzierung, insbesondere im Segment Public Finance und Treasury, und von Kundenzugewinnen “in beträchtlichem Umfang” stehen, so das Unternehmen. “Es ist unklar, wie sich die Finanzkrise weiterentwickelt”, äußert sich Konzern-Chef Klaus-Peter Müller in einem Brief an die Aktionäre. Zu Redaktionsschluss dieser Meldung (10:10 Uhr) verzeichnet der Commerzbank-Kurs ein Plus von 1,50 Prozent und liegt bei 23,62 Euro.
Dass die Commerzbank in den Quartalszahlen Belastungen zu verbuchen hat, kommt nicht überraschend. Entsprechend positiv reagieren die Anleger auf die Bekanntgabe des Ergebnisses, obwohl Analysten zum Teil geringere Abschreibungen erwartet hatten. “Nach unserer Ansicht haben wir ein prima Ergebnis erzielt. Mit 244 Mio. Euro erweisen sich die Belastungen als sehr überschaubar”, meint Commerzbank-Sprecher Peter Pietsch im Gespräch mit pressetext. “Die Abschreibungen sind auf Verwerfungen an den internationalen Märkten zurückzuführen”, fährt Pietsch fort. Im Vergleich zu anderen Instituten, die aufgrund der Finanzkrise Einbußen hinnehmen mussten, kommt die Commerzbank noch relativ glimpflich davon. So schrieb beispielsweise die Deutsche Bank im ersten Quartal zum ersten Mal seit fünf Jahren rote Zahlen in Höhe von 254 Mio. Euro.
Eine konkrete Prognose für das Ergebnis, das zum Ende des Geschäftsjahres erreicht werden soll, bleibt die Commerzbank schuldig. “Angesichts der außergewöhnlichen Finanzmarktsituation wäre es zu diesem Zeitpunkt nicht sinnvoll, einen engen Korridor für die Ertragsziele 2008 abzugeben”, heißt es von dem Institut. 2007 hat die Commerzbank mit 1,92 Mrd. Euro einen Rekordgewinn erzielt. “Es wird sehr schwer werden, das Ergebnis des Vorjahres zu erreichen”, sagt Pietsch im pressetext-Gespräch. So ging das operative Ergebnis im ersten Quartal um 52 Prozent auf 435 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis je Aktie reduzierte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 0,93 auf 0,43 Euro. Bewertungsabschläge und Wertkorrekturen mit 630 Mio. Euro im Vorjahr sollen dieses Jahr reduziert werden.